Mono-Kultur

Die Firma Richard Lam­pert aus Stutt­gart macht schöne Möbel. Zum Bei­spiel die Eiermann-Tischgestelle, als ein­zi­ger Her­stel­ler übri­gens mit offi­zi­el­ler Lizenz zum Löten (bes­ser gesagt Schwei­ßen). Einer der neu­es­ten Strei­che im Ange­bot von Richard Lam­pert ist der Tritt­ho­cker Mono, 2014 gestal­tet von Stef­fen Kehrle. Mono ist aus Poly­ethy­len und sieht auf den ers­ten Blick irgend­wie auch bloß nach einem wei­te­ren über­flüs­si­gen Plas­tik­ding aus.

Tritthocker Mono von Richard Lampert in verschiedenen Farben
Foto: Richard Lam­pert

Bei nähe­rem Hin­se­hen, Drauf- und Drü­ber­stei­gen ent­puppt es sich aller­dings als ebenso form­schön (der func­tion fol­lo­wend) wie unge­mein zweck­mä­ßig. Ers­tens als Hocker, zwei­tens als zwei­stu­fi­ger Tritt. Dank des rück­sei­ti­gen Ein­griffs kann man Mono leicht in der Woh­nung über­all da hin tra­gen, wo man sit­zen oder hoch­stei­gen will.

Mono kos­tet meis­tens 119 EUR. Es gibt inzwi­schen noch mehr und andere Far­ben als auf dem Foto oben; ich habe mei­nen in pur­pur­rot (RAL3004) die Tage bei maga­zin in den Fünf Höfen geschos­sen.

EntertainTV und Fritz!Box 7490: Labor-Version bitte

Wer das neue Telekom-Internet-Fernsehen Enter­tainTV so wie mei­ner­ei­ner über eine Fritz!Box 7490 emp­fängt, der sollte einst­wei­len auf die aktu­elle Labor-Version des Fritz!OS wech­seln. Diese berück­sich­tigt laut AVM bereits mit der Umstel­lung auf die neue IPTV-Plattform von Hua­wei ver­bun­dene, nicht näher spe­zi­fi­zierte Ände­run­gen. Aus der Benamsung der Beta-Version lässt sich schlie­ßen, dass das finale Fritz!OS mit offi­zi­el­ler Unter­stüt­zung für Enter­tainTV die Ver­si­ons­num­mer 6.55 tra­gen wird.

Recht auf Remix

Oder wie es das BVerfG in schöns­tem Juris­ten­deutsch aus­drückt:

Steht der künst­le­ri­schen Ent­fal­tungs­frei­heit ein Ein­griff in das Ton­trä­ger­her­stel­ler­recht gegen­über, der die Ver­wer­tungs­mög­lich­kei­ten nur gering­fü­gig beschränkt, kön­nen die Ver­wer­tungs­in­ter­es­sen des Ton­trä­ger­her­stel­lers zuguns­ten der Frei­heit der künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung zurück­zu­tre­ten haben.

EntertainTV: Ein erster Eindruck

Ich habe in der Nacht auf Sonn­tag auf das neue Telekom-Internet-Fernsehen Enter­tainTV umge­stellt. Der Media Recei­ver 400 – sofort bestellt am 2. Mai – war wäh­rend mei­nes Urlaubs hier ein­ge­tru­delt und in Null­kom­ma­nix ange­schlos­sen. Bevor aller­dings die ers­ten Bewegt­bil­der aus dem Gerät über mei­nen Fern­se­her flim­mer­ten, musste der MR 400 ver­schie­dene Soft­ware her­un­ter­la­den und einige Male neu star­ten.

Die Tele­kom steigt mit Enter­tainTV auf eine neue tech­ni­sche Platt­form um, die der chi­ne­si­sche Inge­nieur­kon­zern Hua­wei als Tech­nik­part­ner zulie­fert. Das „alte“ Enter­tain setzte auf IPTV-Unterbau von Medi­a­room (frü­her Micro­soft, mitt­ler­weile Erics­son) auf. Es wird noch eine Weile wei­ter­be­trie­ben und irgend­wann ein­ge­stellt wer­den. Es sollte aber jedem klar sein, dass die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung sei­tens der Tele­kom nur noch auf Enter­tainTV pas­sie­ren wird. Genau des­we­gen habe ich umge­hend auf die neue Platt­form gewech­selt – auch wenn dabei alle Auf­nah­men aus der Mediaroom-Zeit ver­lo­ren­ge­gan­gen sind und es kein Zurück gibt.

Telekom Media Receiver 400 (EntertainTV)

Enter­tainTV macht auf mich schon jetzt einen viel run­de­ren Ein­druck als das in die Jahre gekom­mene Mediaroom-Zeug. Der MR 400 arbei­tet mit einer Sys­tem­soft­ware auf Basis von Linux und einem deut­lich leis­tungs­fä­hi­ge­ren Pro­zes­sor als mein alter Media Recei­ver 303. Der neue Media Recei­ver ist zudem deut­lich kom­pak­ter als sein Vor­gän­ger, was zum Teil aller­dings dem nun exter­nen Netz­teil geschul­det ist. Sein Dis­play lässt sich von vorn und von oben able­sen und ver­schie­den hell ein­stel­len.

Ein detail­lier­tes Urteil zu Enter­tainTV kann ich nach nur zwei Tagen, die ich auch alles andere als durch­ge­hend vor dem Fern­se­her ver­bracht habe, natür­lich noch nicht abge­ben. Auf­ge­fal­len ist mir aber schon mal

posi­tiv

  • deut­lich geschmei­di­gere und res­pon­sivere Benut­zer­ober­flä­che
  • das Umschal­ten zwi­schen den Sen­dern geht viel schnel­ler als bis­her
  • keine dop­pelt gemop­pel­ten Sen­der mehr für SD und HD
  • end­lich 1080p
  • inhal­te­über­grei­fende Suche

nega­tiv

  • bei zwei der drei Zustände, die der MR 400 zum „Aus­schal­ten“ anbie­tet, dau­ert das Auf­wa­chen viel zu lange
  • die Fern­be­die­nung hat kei­nen Knopf mehr für den Zugriff auf die fünf zuletzt gewähl­ten Sen­der
  • zwar Apps, aber kein App-Store
  • noch kein Net­flix
  • noch zu wenige Media­the­ken (ARTE ver­misse ich beson­ders)
  • Over­lay beim Sen­der­wech­sel bleibt für mei­nen Geschmack zu lange sicht­bar
  • USB wei­ter­hin „Ein­bahn­straße“, sprich Auf­nah­men las­sen sich nicht expor­tie­ren

Mehr, wenn ich mehr sagen kann. Viele Ant­wor­ten auf EntertainTV-Fragen gibt im Übri­gen diese FAQ-Sammlung.

whitebox: Im Osten was Neues

Frü­her™ war Pfanni. Dann Kunst­park Ost, dann Kultfabrik/Optimolwerke, jetzt kommt das Werks­vier­tel. Wo auch der neue Münch­ner Kon­zert­saal hin­kommt. Die Pfanni-Erben wol­len in dem größ­ten­teils neu gestal­te­ten Areal wie­der der Kunst Raum geben. Das tun sie unter ande­rem mit der neuen whi­te­box, die ges­tern zum ers­ten Pres­se­ge­spräch mit­ten auf die Bau­stelle vom Werk 3 gela­den hatte. No-show-Rate übri­gens trotz Sturz­re­gen (konnte ich mei­nen neuen Stut­ter­heim wenigs­tens gleich zünf­tig ein­wei­hen) prak­tisch gleich null, das spricht für eine tüch­tige PR.

werkviertel

Als Geschäfts­füh­re­rin mit künst­le­ri­scher Gesamt­lei­tung ist Mar­tina Tau­ben­ber­ger Her­rin über die 2000 Qua­drat­me­ter Halle und mehr als 20 Künst­ler­ate­liers, die bereits kom­plett an „Bestands­kun­den“ und Neu­zu­gänge ver­mie­tet sind. Als Ver­stär­kung hat die Kultur-Managerin die tür­ki­sche Archi­tek­tin, Urbanistik- und Diversity-Expertin Cagla Ilk aus Ber­lin als Kura­to­rin für bil­dende Kunst und Inter­kul­tur sowie den Mann­hei­mer VJ Ben­ja­min Jant­zen als Kura­tor für Medi­en­kunst gewon­nen.

Martina Taubenberger
Mar­tina Tau­ben­ber­ger

whitebox-PK

Das whitebox-Programm bis Mitte August steht auch schon – los geht’s Ende Mai mit einem Theater-Performance-Parkour („Püree-Linie“), es fol­gen ein Jugendorchester-Festival, die Klang- und Licht­in­stal­la­tion „Space Unfol­ding“, bei der die Trond­heim Voices und Asle Kar­stad aus Nor­we­gen auf den Stutt­gar­ter Licht­künst­ler Kurt Lau­renz Thei­nert tref­fen, eine Ver­stal­tungs­wo­che zum Thema Remix und last, but not least das Hip-Hop-Kulturfestival „STRAIGHT OUTTA WHITEBOX“.

Werner Eckart
Pfanni-Erbe und Bau­herr Wer­ner Eck­art
Kuratorin Cagla Ilk im Gespräch
Kura­to­rin Cagla Ilk im Gespräch

Seit ges­tern ist auch die Web­seite whitebox-muenchen.de online – ich hab mir gleich mal ein Lese­zei­chen gesetzt.

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Viki ist meine neue Lieblings-App für die Wikipedia

In einem mei­ner Bücher­re­gale steht ein klei­nes Bänd­chen von Jan Tschi­chold mit dem Titel „Erfreu­li­che Druck­sa­chen durch gute Typo­gra­phie“, erst­mals erschie­nen 1960 bei Otto Maier in Ravens­burg. Ich nehme die­sen Klas­si­ker zur Typo­gra­phie immer noch mehr­mals im Jahr in die Hand und lese ein wenig darin, weil er so zeit­los und all­ge­mein­gül­tig ist. Lebte Tschi­chold noch heute, dann würde er sich natür­lich nicht bloß mit Druck­sa­chen beschäf­ti­gen, son­dern auch mit Web­sei­ten und Apps. Und ich bin sicher, dass ihm Viki gefal­len würde, eine neue iOS-App für das Lesen in der freien Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia.

Viki Logo horizontal 1800px
Logo: Rau­reif

Vor einem Jahr hatte ich hier schon ein­mal über den Viki-Vorgänger das Refe­renz berich­tet, den Frank Rausch und Tim Keke­ritz von Rau­reif aus Ber­lin aber nur für das iPad geschrie­ben hat­ten. Viki läuft nun als Uni­ver­sal App auf allen iOS-Geräten und unter­stützt auch die Apple Watch.

Nearby iPhone
Foto: Rau­reif

Auch die offi­zi­elle Wikimedia-App kann in der fast zeit­gleich mit Viki erschie­nen neuen Ver­sion 5.0 über Ortungs­dienste Wikipedia-Einträge zu Orten in der Nähe anzei­gen. Aber bei Viki ist alles so viel schö­ner und vor allem leser­li­cher, dass ich keine Sekunde lang gezö­gert habe, die 99 Cent für die neue Raureif-App zu bezah­len. Die App kom­bi­niert ver­schie­dene Metho­den, um Wikipedia-Inhalte so gut les­bar und ansehn­lich wie mög­lich zu for­ma­tie­ren. Viki ver­wen­det übri­gens als „Brot­schrift“ die Dio­ge­nes von Lud­wig Übele und zusätz­lich noch die Komet und die Camin­go­Code (frei) von Jan Fromm.

TOC iPhone
Foto: Rau­reif

Dazu kom­men noch etli­che wei­tere Net­tig­kei­ten wie ein­fa­ches Wech­seln zwi­schen Spra­chen, ein über­sicht­li­ches Inhalts­ver­zeich­nis, „lazy loa­ding“ von Bil­dern, ein 3D-Touch-Menü am App-Icon, von über­all aus mar­kier­ten Text in Viki suchen, VLC-Anbindung, Inte­gra­tion mit Safari (etwa Bear­bei­ten von Arti­keln über das Freigabe-Symbol) sowie viel­fäl­tige Mög­lich­kei­ten, Arti­kel und Bil­der zu tei­len.

tl;dr Abso­lute Kauf­emp­feh­lung von mir.

Ungewohnte Töne von Sonos

We’ve had to make some chan­ges to our team. We do this with a heavy heart, as we are in the pro­cess of let­ting go of some Sonos employees who have played important roles get­ting us to this point.“

As we look to the future there are two big areas that we’re lea­ning into: paid strea­m­ing ser­vices, and voice con­trol.“

We’re fans of what Ama­zon has done with Alexa and the Echo pro­duct line. […] Echo found a sweet spot in the home and will impact how we navi­gate music, wea­ther, and many, many other things as deve­l­o­pers bring new ideas and more con­tent to the Alexa plat­form.“

Sonos-Lineup, Stand 1Q16
Foto: Sonos

Der ganze Blog­post von Sonos-Chef Scott McFar­lane hin­ter­lässt bei mir irgend­wie ein ungu­tes Gefühl. Ich weiß auch nicht.

Endlich ein Fix für das #Surfacegate

Micro­soft und Intel haben es in einer kon­zer­tier­ten Aktion punkt­ge­nau einen Tag vor dem Deutsch­land­start des Sur­face Book geschafft, die von Paul Thur­rott tref­fend „Sur­face­gate“ getauf­ten Treiber- und Firmware-Probleme mit Gra­fik, Wi-Fi und zuletzt vor allem Con­nec­ted Sleep in den neuen Skylake-Geräten zu behe­ben (hof­fent­lich, denn offi­zi­elle Details zu den Fixes gibt es bis­her nicht). Sur­face Pro 4 und Sur­face Book soll­ten nach dem Ein­spie­len von vier Patches mit zwei (!) Neu­starts nun im Akku­be­trieb län­ger durch­hal­ten und nicht mehr im Ruhe­zu­stand heiß­lau­fen.

Surface Pro 4 mit Stift
Foto: Micro­soft

Ich musste mit­hin ein gutes Vier­tel­jahr lang dar­auf war­ten, dass mein Sur­face Pro 4 end­lich unge­fähr so funk­tio­niert wie von Micro­soft bewor­ben. Noch mehr als das ärgert mich aber das wei­ner­li­che Gewin­sel, mit dem Panos Panay jetzt ver­sucht, die ver­grätz­ten Early Adop­ter zu besänf­ti­gen.

Das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kind liegt längst im Brun­nen. Viel zu spät, zu spär­lich und zu wenig sicht­bar hatte Micro­soft die Pro­bleme ein­ge­räumt – und das aus­ge­rech­net, nach­dem es mit Sur­face end­lich gelun­gen war, die Firma als Anbie­ter von rich­tig lecke­rer Hard­ware zu posi­tio­nie­ren. Die­ses Image gleich wie­der zu rui­nie­ren muss man erst­mal hin­krie­gen. Bei mir ist jeden­falls ganz viel gewon­ne­nes Ver­trauen gründ­lich zer­stört. Und zwar nicht, weil für brand­neue Hard­ware die Trei­ber nicht gleich per­fekt waren. Son­dern weil Micro­soft sich weg­ge­duckt und nur sala­mi­tak­tisch reagiert hat. Schade.

Neues Caching

Ich habe vor­hin das zwar mäch­tige, aber mir längst zu auf­ge­blähte und unüber­sicht­li­che W3 Total Cache (W3TC) run­ter­ge­wor­fen, lange gegoo­gelt und gele­sen, dann statt­des­sen WP Fas­test Cache instal­liert und mir dafür auch gleich noch das Premium-Upgrade gegönnt.

Bei eini­gen Ein­stel­lun­gen bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie schon opti­mal sind. Zum Bei­spiel was mobile End­ge­räte und The­mes betrifft – Twenty Six­teen ist ja res­pon­sive. Falls Euch irgend­wel­che Unge­reimt­hei­ten unter­kom­men, würde ich mich über einen kur­zen Hin­weis in den Kom­men­ta­ren oder per E-Mail freuen.

Eine wei­tere sehr inter­es­sante Caching-Lösung für Word­Press könnte WP Rocket sein. Die­ses reine Premium-Plugin aus Frank­reich kos­tet für eine Web­site 39 Dol­lar, kos­ten­los tes­ten kann man es lei­der nicht. Die Lizenz gilt für ein Jahr. Für jedes wei­tere Jahr Sup­port und Updates muss man sie für 14,50 Dol­lar ver­län­gern.