Ich versuche mal ein kleines Signal zu setzen

Ich habe die Tage mein Konto bei Whats­App gelöscht. Dabei habe ich gar nicht wirk­lich etwas gegen Whats­App. Die machen schließ­lich auch schon seit einer gan­zen Weile Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und über­haupt einen ziem­lich guten Job, wenn man mal vom UI-Design absieht. Aber Whats­App gehört eben auch seit eini­ger Zeit zu Face­book. Ich als Bestands­kunde konnte zwar der kürz­lich ange­kün­dig­ten Nut­zung mei­ner WhatsApp-Daten durch Face­book noch wider­spre­chen. Aber Face­book ist nun wirk­lich groß genug und sam­melt auch schon anderswo mehr als genug Daten.

Ich hatte mir zwi­schen­durch immer wie­der mal alter­na­tive OTT-Messenger ange­schaut und habe mich nach reif­li­cher Über­le­gung jetzt dafür ent­schie­den, anstelle von Whats­App künf­tig die App Signal von der Firma Open Whi­s­per Sys­tems zu benut­zen. Signal ist Open Source und wird von einem klei­nen, sym­pa­thi­schen Team aus im Wesent­li­chen Idea­lis­ten gemacht. Die Soft­ware ist aner­kannt gut – so gut, dass auch Whats­App, der Face­book Mes­sen­ger und Goo­gle Allo mit dem Signal-Protokoll ihre Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erle­di­gen. Signal ist also eigent­lich das Ori­gi­nal, wenn es um wirk­lich pri­vate Kom­mu­ni­ka­tion geht. Das fin­den übri­gens auch Edward Snow­den, Laura Poi­t­ras und Bruce Schneier.

Ich jeden­falls würde mich freuen, wenn mög­lichst viele von Euch sich eben­falls Signal auf ihr iPhone oder Android-Smartphone run­ter­la­den. Statt Whats­App oder zumin­dest als bevor­zugte Alter­na­tive. Und natür­lich all denen davon erzäh­len, mit denen sie regel­mä­ßig kom­mu­ni­zie­ren.

tl;dr Signal benut­zen, wei­ter­sa­gen!

Die neue HTTPS-Klasse

Nach­dem mein geschätz­ter Hos­ter jetzt zu jedem Paket kos­ten­los zumin­dest ein grund­le­gen­des SSL-Zertifikat mit­lie­fert, habe ich keine Aus­rede mehr, warum ich den Daten­ver­kehr mit die­ser Seite hier nicht ver­schlüs­seln sollte – und vor­hin den Hebel umge­legt. Also künf­tig https://teezeh.de. Und sollte Euch noch irgendwo mixed con­tent unter­kom­men, seid doch so nett und sagt bescheid.

Speedport Smart von der Telekom – klingt gut

Sieht ganz danach aus, als habe die Deut­sche Tele­kom einen wirk­lich guten Nach­fol­ger für den WLAN-kläglichen Speed­port W 724V hin­be­kom­men – heute wurde im Vor­feld der IFA (die Pres­se­kon­fe­renz der Bon­ner ist erst mor­gen) der neue Speed­port Smart prä­sen­tiert. Mit einem Lis­ten­preis von 160 Euro ist der neue Rou­ter etwas teu­rer als der Vor­gän­ger, aber deut­lich güns­ti­ger als zum Bei­spiel das neue Fritz!Box-Flaggschiff 7580 (289 EUR).

Speedport Smart, schräg seitlich
Foto: Deut­sche Tele­kom

Von der theo­re­ti­sch mög­li­chen maxi­ma­len WLAN-Geschwindigkeit ist der Speed­port Smart, den übri­gens zum Start exklu­siv der chi­ne­si­sche Netz­pri­mus und Telekom-Technikpartner Hua­wei fer­tigt, der 7580 sogar über­le­gen. Dafür fehlt ihm der S0-Bus zum Anschlie­ßen von ISDN-Equipment. Wer das noch braucht, muss ent­we­der zum neuen Speed­port W 922V (nicht miet­bar) oder halt doch zu AVM grei­fen.

Von der Fritz!Box hat sich die Tele­kom bei eini­gen Fea­tures des Speed­port Smart ein­deu­tig inspi­rie­ren las­sen (um jetzt nicht abkup­fern zu schrei­ben), als da wären der WLAN-Gastzugang – zusätz­lich zur Fon-Kooperation WLAN TO GO übri­gens – und eine Benut­zer­ober­flä­che mit wahl­weise „Exper­ten­mo­dus“ für erwei­terte Ein­stel­lun­gen.

Der Speed­port Smart bringt aber durch­aus auch ein paar eigene, smarte Kon­zepte mit. Zum Bei­spiel ein­fa­ches Anmel­den von Mobil­ge­rä­ten mit NFC oder kom­plet­tes Abschal­ten aller LED-Lämpchen im „Schlaf­mo­dus“.

Ansons­ten steht das Smart wohl auch für „Smart Home“. Als Steu­er­zen­trale dafür taugt der neue Telekom-Router im Augen­blick zwar noch nicht, für 2017 ist aber bereits ein Software-Update in diese Rich­tung ange­kün­digt.

Im „Endgeräte-Servicepaket“ kos­tet der Speed­port Smart übri­gens im ers­ten Jahr 5,95 EUR pro Monat, danach sinkt die monat­li­che Miete auf 4,95 EUR. Sprich: Man muss den Rou­ter min­des­tens zwei­ein­halb Jahre nut­zen, damit sich der Kauf rech­net (vor­aus­ge­setzt das Gerät bleibt heil). Zur Erin­ne­rung: Der W 724V kam im Juni 2013 auf den Markt.

Endlich: Schnurlostelefone mit CAT-iq an der Fritz!Box betreiben

Vor eini­ger Zeit hatte ich mich hier schon ein­mal ziem­lich dar­über echauf­fiert, dass die Deut­sche Tele­kom und der Fritz!Box-Bauer AVM aus Ber­lin bei der Unter­stüt­zung von DECT-Nachfolgetechniken lei­der getrennte und nicht mit­ein­an­der kom­pa­ti­ble Wege gehen. Die Tele­kom setzt auf den offe­nen Stan­dard CAT-iq 2.x, AVM kocht in Moa­bit lie­ber ein eige­nes, pro­prie­tä­res Süpp­chen. Die Folge: Fritz!FON-Schnurlostelefone von AVM lau­fen nicht an SpeedPort-Routern von der Tele­kom und Speed­Pho­nes von der Tele­kom nicht mit der Fritz!Box.

SpeedPhone 10 rosé an einer Fritz!Box 7490 mit Labor-Software als Basis

Es sieht aber ganz so aus als hätte die­ser trau­rige Zustand nun ein ver­dien­tes Ende: Die neu­este Labor-Software für die Fritz!Box 7490 bie­tet erst­mals im Bereich „DECT: Unter­stüt­zung für den Betrieb von CAT-iq 2.0 fähi­gen Hand­ge­rä­ten“. Yeah! AVM hat scheints end­lich ein Ein­se­hen gehabt und öff­net sich für den offe­nen Stan­dard – für Fritz!Box-Freunde bedeu­tet das auch deut­lich mehr Aus­wahl bei Schnur­los­te­le­fo­nen.

Bis­lang beherrscht die Fritz!Box 7490 mit der Labor-Software laut Readme die Nut­zung des Fritz!Box Tele­fon­buchs, Anzeige der Anruf­liste, MWI (Rufe und Sprach­nach­rich­ten) auf ent­spre­chen­der LED sowie Unter­stüt­zung diver­ser Ruf­op­tio­nen (CLIP/CNIP, Makeln, 3er Kon­fe­renz etc.) gemäß CAT-iq Vor­ga­ben. Ich konnte bereits pro­blem­los ein Giga­set CL750HX und ein Speed­Phone 10 mit der DECT-Basis in mei­ner Fritz!Box ver­bin­den und alle genann­ten Fea­tures nut­zen.

Beim Giga­set hatte ich direkt im lau­fen­den Mobilteil-Betrieb die Labor-Software ein­ge­spielt. Das Tele­fon signa­li­sierte mir nach dem Wech­sel in den CAT-iq-Modus dann stän­dig zwei ver­passte Anrufe, mochte aber keine Anruf­liste anzei­gen. Der AVM-Support (den gibt es sogar fürs Labor, vor­bild­lich) emp­fahl mir, das Hand­set ein­mal neu mit der Basis zu kop­peln. Danach waren die Geis­ter­an­rufe weg, die Anruf­lis­ten da und alles lief tadel­los. Nun wün­sche ich mir eigent­lich nur noch die Mög­lich­keit, auch noch die Firm­ware der Tele­fone via CAT-iq zu aktua­li­sie­ren.

Mein Bild von München

Vor­hin hatte ich eine E-Mail in mei­nem Post­fach, über die ich mich sehr gefreut habe.

Hallo,
gerne wür­den wir Dein Bild bei unse­rer Aus­stel­lung vom 23. bis inkl. 25. August am Pra­ter­strand (Innen­be­reich) aus­stel­len.
Magst Du uns noch einen Bild­ti­tel zu Dei­nem Foto schi­cken? Dann nen­nen wir die­sen mit Dei­nem Namen unter dem Foto. 

schrei­ben Meik und Hans. Sprich das Foto, das ich bei meinbildvonmuenchen.de hoch­ge­la­den hatte, hat ande­ren Men­schen gefal­len und wird zusam­men mit vie­len ande­ren Fotos aus­ge­stellt. Wel­chen Titel ich mir dazu habe ein­fal­len las­sen, das könnt Ihr Euch in zwei Wochen auf der Pra­ter­in­sel anschauen. Das Foto ist jeden­falls die­ses hier:

meinbildvonmuenchen

Grö­ßer bei flickr. Und danke an Alex­an­der, ohne den die­ses Pro­jekt völ­lig an mir vor­über­ge­gan­gen wäre.

Android könnte so viel sicherer sein

Ich habe seit eini­ger Zeit ein Android-Smartphone von Sony, das Xpe­ria Z5 Pre­mium. Tolle Hard­ware mit gro­ßem Dis­play und Akku, eine Ober­flä­che sehr nahe an Stock Android und im Ver­gleich mit ande­ren Her­stel­lern rela­tiv wenig Bloat­ware.

Sony hat auch rela­tiv schnell nach Erschei­nen des Geräts im Früh­jahr 2016 ein Update auf Android 6.0 Mar­sh­mal­low ver­öf­fent­licht. Seit­her gab es noch ver­schie­dene klei­nere System-Updates, das Android ist dadurch bei Ver­sion 6.0.1 ange­langt.

April, April

Sony schlampt aber, so wie die meis­ten ande­ren Android-OEMs auch, beim zeit­na­hen Frei­ge­ben der von Goo­gle schon seit Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res mitt­ler­weile monat­lich ver­öf­fent­li­chen Sicherheits-Patches für Android. Mein Xpe­ria Z5 Pre­mium ist hier immer noch auf dem Stand von Anfang April 2016, egal ob ich OTA oder mit der Desktop-Software Xpe­ria Com­pa­nion nach Aktua­li­sie­run­gen suche. Sprich Sony Mobile hat die Patch-Pakete für Mai, Juni und Juli nicht an seine Kun­den wei­ter­ge­ge­ben.

Xperia Companion Screenshot

Mit den erwähn­ten Patches wer­den zum Teil sehr gra­vie­rende Sicher­heits­lü­cken besei­tigt. Es fühlt sich für mich nicht gut an, wenn der Her­stel­ler eines so teu­ren und aktu­el­len Smart­pho­nes wie des Z5 Pre­mium seine Kun­den hier nicht bes­ser ver­sorgt. Ich habe bei Sony vor eini­gen Tagen sowohl bei Twit­ter als auch via E-Mail an den deut­schen Sup­port nach­ge­fragt, für wann denn der nächste Android-Sicherheitspatch geplant ist. Und keine Ant­wort bekom­men. Schwa­ches Bild.

"Ihr Gerät ist aktuell"

Nicht bloß ein schwa­ches, son­dern auch ein trü­ge­ri­sches Bild. Mein Xpe­ria ist näm­lich nicht aktu­ell und vor allem nicht so sicher, wie es sein könnte.

Update am 25. Juli 2016: Und ich bin nicht allein.

Volksvertröstung

Nur Win­dows. Nur S/MIME. Weder Web­mail noch Open­PGP, kein macOS, kein Linux, kein iOS, kein Android und auch kein Quell­code – das kommt alles irgend­wann spä­ter, wenn über­haupt. Aber wir nen­nen das Ganze ein­fach mal Volks­ver­schlüs­se­lung. Klingt so all­um­fas­send (für mich klingt es ein­fach nur schreck­lich weil ent­we­der nach BILD-Zeitung oder nach Volksemfänger-Zeiten). 

Mono-Kultur

Die Firma Richard Lam­pert aus Stutt­gart macht schöne Möbel. Zum Bei­spiel die Eiermann-Tischgestelle, als ein­zi­ger Her­stel­ler übri­gens mit offi­zi­el­ler Lizenz zum Löten (bes­ser gesagt Schwei­ßen). Einer der neu­es­ten Strei­che im Ange­bot von Richard Lam­pert ist der Tritt­ho­cker Mono, 2014 gestal­tet von Stef­fen Kehrle. Mono ist aus Poly­ethy­len und sieht auf den ers­ten Blick irgend­wie auch bloß nach einem wei­te­ren über­flüs­si­gen Plas­tik­ding aus.

Tritthocker Mono von Richard Lampert in verschiedenen Farben
Foto: Richard Lam­pert

Bei nähe­rem Hin­se­hen, Drauf- und Drü­ber­stei­gen ent­puppt es sich aller­dings als ebenso form­schön (der func­tion fol­lo­wend) wie unge­mein zweck­mä­ßig. Ers­tens als Hocker, zwei­tens als zwei­stu­fi­ger Tritt. Dank des rück­sei­ti­gen Ein­griffs kann man Mono leicht in der Woh­nung über­all da hin tra­gen, wo man sit­zen oder hoch­stei­gen will.

Mono kos­tet meis­tens 119 EUR. Es gibt inzwi­schen noch mehr und andere Far­ben als auf dem Foto oben; ich habe mei­nen in pur­pur­rot (RAL3004) die Tage bei maga­zin in den Fünf Höfen geschos­sen.

EntertainTV und Fritz!Box 7490: Labor-Version bitte

Wer das neue Telekom-Internet-Fernsehen Enter­tainTV so wie mei­ner­ei­ner über eine Fritz!Box 7490 emp­fängt, der sollte einst­wei­len auf die aktu­elle Labor-Version des Fritz!OS wech­seln. Diese berück­sich­tigt laut AVM bereits mit der Umstel­lung auf die neue IPTV-Plattform von Hua­wei ver­bun­dene, nicht näher spe­zi­fi­zierte Ände­run­gen. Aus der Benamsung der Beta-Version lässt sich schlie­ßen, dass das finale Fritz!OS mit offi­zi­el­ler Unter­stüt­zung für Enter­tainTV die Ver­si­ons­num­mer 6.55 tra­gen wird.

Recht auf Remix

Oder wie es das BVerfG in schöns­tem Juris­ten­deut­sch aus­drückt:

Steht der künst­le­ri­schen Ent­fal­tungs­frei­heit ein Ein­griff in das Ton­trä­ger­her­stel­ler­recht gegen­über, der die Ver­wer­tungs­mög­lich­kei­ten nur gering­fü­gig beschränkt, kön­nen die Ver­wer­tungs­in­ter­es­sen des Ton­trä­ger­her­stel­lers zuguns­ten der Frei­heit der künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung zurück­zu­tre­ten haben.