Hörprobe gefällig(st)?!

Was für einen Kopf­hö­rer-Müll Apple mit sei­nen iPods und iPho­nes aus­lie­fert, merkt man eigent­lich sofort, wenn man mal ver­nünf­ti­ge Head­pho­nes an sein Gerät stöpselt. 

Wes­we­gen ich dann heu­te auch mal im Münch­ner Apple Store war und mir die „Tour” Beats by Dr. Dre zuge­legt habe.

Eigent­lich schrei­be ich das hier aber, um mei­nem Ärger über den Store ein biss­chen Luft zu machen. Wenn ich €150 für ein Paar In-Ears hin­blät­te­re, dann möch­te ich die bit­te­schön vor­her auch hören – die Beats lie­gen übri­gens preis­lich eher im Mit­tel­feld (!) des Ange­bots, die rich­tig teu­ren Gerät­chen kann man aber natür­lich eben­so­we­nig ausprobieren.

Man ver­zich­te „aus hygie­ni­schen Grün­den” dar­auf, die Dre-Kopf­hö­rer in der Aus­stel­lung zu prä­sen­tie­ren, ver­riet mir eine über­aus freund­li­che Store-Mitarbeiterin.

Nun, Apple – dann braucht Ihr Euch nicht zu wun­dern, wenn sich oben auf vie­len Head­pho­ne-Ver­pa­ckun­gen die deut­lich sicht­ba­re Staub­schicht absetzt, die ich heu­te mit eige­nen Augen besich­ti­gen konn­te. Mer­ke: Wer teu­re Kopf­hö­rer ver­kau­fen will, der soll­te auch bereit sein, ein paar Euro für Aus­stel­lungs­stü­cke abzu­schrei­ben. Weil die meis­ten Kun­den nicht so blöd sind wie ich und so viel Geld aus­ge­ben, ohne die Head­pho­nes vor­her wenigs­tens gehört zu haben. Den Kauf habe ich nicht bereut, aber den mehr­wert­frei­en Besuch im Laden schon. Da hät­te ich schließ­lich auch gleich online ordern und mir den Weg in die ner­vi­ge Innen­stadt spa­ren können.

Hubert Burda im Jammertal

Hubert Bur­da klagt heu­te in der „FAZ” der Medi­en­welt sein Leid. Ich bin kein Abon­nent. Im Web lese ich lei­der ledig­lich:

Wir wer­den schlei­chend enteignet

Mit den Inhal­ten der Pres­se im Inter­net ver­die­nen vie­le, nur nicht die Ver­la­ge. Das muss sich ändern, das Netz trans­pa­ren­ter wer­den. Der Gesetz­ge­ber ist gefragt. Von Hubert Burda.

(plus den Ein­stiegs­ab­satz, der kei­ne ver­wert­ba­ren Aus­sa­gen enhält)

Für den Rest des Tex­tes müss­te ich zwei Euro bezah­len. Was ich nicht tun wer­de. Herr Bur­da als guter Freund von Jeff Jar­vis soll­te eigent­lich „WWGD” gele­sen und ver­stan­den haben. Daher ist es voll­kom­men unver­ständ­lich, dass er sei­nen Text hier weg­sperrt. Denn so ver­die­nen er bezie­hungs­wei­se die „FAZ” auf lan­ge Sicht ganz sicher nichts im Internet.

Neuer Tweet von tknuewer zum Burda-Unfug

Ganz neben­bei wur­de „Hub­si” gera­de für wei­te­re drei Jah­re zum Prä­si­den­ten des Ver­ban­des deut­scher Zeit­schrif­ten­ver­le­ger (VDZ) gewählt. Der ges­tern nichts Bes­se­res zu tun hat­te, als den seit 1998 gül­ti­gen – und in eini­gen Punk­ten zuge­ge­ben nicht mehr ganz zeit­ge­mä­ßen – Man­tel­ta­rif­ver­trag für Redak­teu­re an Zeit­schrif­ten auf­zu­kün­di­gen. Die Redak­teu­re sol­len künf­tig, ver­ein­facht aus­ge­drückt, für weni­ger Geld mehr arbeiten.

Ob das Qua­li­tät der Inhal­te der Pres­se beför­dert, mit denen Herr Bur­da im Inter­net Geld ver­die­nen möch­te? Wohl kaum.

Update: Inzwi­schen steht Bur­das Arti­kel voll­stän­dig im Netz. Bes­ser wird er davon nicht.

Tausend Wünsche. Eine Quelle?

Ich kann nicht glau­ben, was Tom Buhr­ow eben in den „tages­the­men” ver­kün­det hat: Quel­le soll, falls nicht die EU-Kom­mis­si­on mor­gen noch ihr Veto ein­legt, tat­säch­lich die­sen soge­nann­ten Mas­se­kre­dit über 50 Mil­lio­nen Euro erhal­ten (davon die Hälf­te vom Bund) und sich so wenigs­tens bis zum Weih­nachts­ge­schäft schlep­pen können.

Eine kras­se und rein popu­lis­ti­sche (Super­wahl­jahr, remem­ber?) Fehl­ent­schei­dung – den Laden soll­te man bes­ser frü­her als spä­ter dicht­ma­chen. Er hat kei­ne Zukunft mehr, falls er je eine gehabt haben soll­te. Wer frü­her bei Quel­le bestellt hat, kauft heu­te bei Tchi­bo oder beim Dis­coun­ter. Und wer jün­ger ist, bestellt bei Ama­zon, eBay und Dawanda.

Stellt Euch mal ganz ehr­lich die Fra­ge: Wür­det Ihr noch etwas bei Quel­le bestellen?

Den Mas­se­kre­dit kann man des­we­gen mei­net­we­gen auch gleich ver­bren­nen. Die Kon­kurs­mas­se wird spä­ter näm­lich nicht rei­chen, um die bevor­zug­ten Gläu­bi­ger aus­zu­zah­len. Die Mit­ar­bei­ter – um die es mir ehr­lich leid­tut! – sit­zen eh bald auf der Stra­ße. Und das Manage­ment wird sich mit mehr oder weni­ger gol­de­nen Fall­schir­men aus der Ver­ant­wor­tung und davon­steh­len wie üblich.

Das Schlimms­te aber ist, dass jetzt erst recht noch jede Men­ge Fir­men um Staats­hil­fe bet­teln wer­den, die durch Manage­ment-Feh­ler längst vor der Finanz- und Wirt­schafts­kri­se ange­zählt waren. Und dafür zah­len spä­ter sowie­so wir alle mit unse­ren Steu­ern. Die ganz bestimmt nach der Bun­des­tags­wahl am 27. Sep­tem­ber nicht erhöht wer­den, nicht wahr, Frau Merkel?

Michael Jackson: Das Trauerspiel ist aus

Ich kann mich noch gut an einen Nach­mit­tag in mei­ner Jugend erin­nern, an dem ich mit ein paar Freun­den am Hohn­sen­see lag. Klaus Faß­ben­der (schnell mal geg­oogelt) hat­te einen Ghet­to­blas­ter dabei, aus dem immer abwech­selnd „Beat It” mit dem Gitar­ren­so­lo von Eddie Van Halen und „The Messa­ge” von Grand­mas­ter Flash dröhn­ten. Damals war Micha­el Jack­son noch rich­tig gut.

Dann aber zeig­te sich zuneh­mend, dass „Jacko” ein­fach nicht klar­kam. „King of Pop”? Bull­shit. Wohl eher King of Pain. Er war schwarz und woll­te weiß sein. Oder zumin­dest aus­se­hen wie Dia­na Ross. In den letz­ten Jah­ren war der Ver­bli­che­ne schlicht ein Wrack und nicht mal mehr ein Schat­ten sei­ner selbst. Hat mir ein­fach nur noch leidgetan.

Nun ist er tot, mit gera­de mal 50. „Beat It”, „Bil­lie Jean”, „Thril­ler” und die guten alten Jack­son-5-Sachen wer­den aber wei­ter Bestand haben. Das ist schö­ne und teil­wei­se auch zeit­lo­se Musik. Immer­hin etwas.

UMTS-Frustration

Ich war heu­te knapp sechs Stun­den mit dem ICE unter­wegs von Ber­lin nach Mün­chen. Ich saß dabei in einem Wagen, der von der Bahn aus­drück­lich als Han­dy-Zone aus­ge­wie­sen war, und hat­te mein Mac­Book und mei­nen HSPA-Stick (T-Mobi­le web’n’walk Stick IV) dabei.

MobileConnect Screenshot

An eine sta­bi­le und schnel­le Inter­net­ver­bin­dung wäh­rend der Fahrt war aller­dings in kei­ner Wei­se zu den­ken. Die UMTS-Ver­bin­dung brach schon bei der Aus­fahrt aus dem Ber­li­ner Hbf zusam­men (von HSPA will ich gar nicht anfan­gen). Unter­wegs gab es dann noch mal eini­ger­ma­ßen schnel­le Ver­bin­dun­gen bei den Auf­ent­hal­ten in Leip­zig, Jena und Nürn­berg. Dazwi­schen gele­gent­lich EDGE und die meis­te Zeit – gefühlt mehr als die Hälf­te der Rei­se­dau­er – über­haupt kei­ne sta­bi­le Daten­ver­bin­dung (was ich dann eh nur noch spo­ra­disch mit dem iPho­ne gecheckt habe, mit dem Note­book hat­te ich längst ent­nervt aufgegeben).

Selbst wenn man berück­sich­tigt, dass spe­zi­ell die­se Bahn­stre­cke nicht gera­de durch Bal­lungs­räu­me führt, ist das aus mei­ner Sicht ein a) unhalt­ba­rer Zustand und wider­spricht b) den Behaup­tun­gen mei­nes Netz­be­trei­bers T-Mobi­le in Sachen Netzabdeckung.

Wie sind Eure Erfah­run­gen so – klappt es bei Euch bes­ser mit dem mobi­len Inter­net? Irgend­wel­che Tipps und Tricks zur Empfangsverbesserung?

Gruschelig

StudiVZ Startseite Screenshot

Das Land­ge­richt Köln hat also die Pla­gi­ats­vor­wür­fe von Face­book gegen Stu­di­VZ abge­wie­sen. In der Pres­se­mit­tei­lung dazu heißt es:

Nach Auf­fas­sung der zustän­di­gen Rich­ter liegt trotz nicht zu über­se­hen­der Über­ein­stim­mun­gen und Ähn­lich­kei­ten der bei­den Inter­net­sei­ten kei­ne unlau­te­re Nach­ah­mung vor. Es feh­le an der hier­für erfor­der­li­chen Her­kunfts­täu­schung. Die­se kom­me des­we­gen nicht in Betracht, weil zum Zeit­punkt der Markt­ein­füh­rung von Stu­di­VZ in Deutsch­land im Novem­ber 2005 der Kon­kur­rent Face­book noch nicht den erfor­der­li­chen Bekannt­heits­grad auf dem deut­schen Markt hat­te. Denn Face­book rich­te­te sich bis Sep­tem­ber 2006 – aus­schließ­lich in eng­li­scher Spra­che – nur an nord­ame­ri­ka­ni­sche Stu­den­ten und Schü­ler. Erst seit März 2008 exis­tiert eine deutsch­spra­chi­ge Version.

Wenn ich das mit mei­nem hof­fent­lich gesun­den Men­schen­ver­stand rich­tig ver­ste­he, dann heißt das: Ich muss mir nur früh genug ein viel­ver­spre­chen­des US-Start-up bei „Tech­Crunch” raus­pi­cken, mir des­sen Quell­code mit wget sau­gen und bin dann schon auf der rechts­si­che­ren Sei­te, bloß weil das hier noch k(aum )einer kennt? Das kann ja wohl nicht wahr sein…

Das voll­stän­di­ge Urteil (Geschäfts­zei­chen 33 O 374/08) soll in etwa einer Woche in der Rechts­spre­chungs­da­ten­bank NRWE erschei­nen. Ich bin gespannt, ob die Argu­men­ta­ti­on dar­in dif­fe­ren­zier­ter ist und damit nach­voll­zieh­ba­rer wird. 

Safari 4 lässt mich nicht raus aus Google

Mit gro­ßer Ver­wun­de­rung muss­te ich eben fest­stel­len, dass ich mich mit Safa­ri 4 final (Build 5530.17) nicht auf der Google.de-Starseite – klas­si­sche Ansicht – von mei­nem Goog­le-Kon­to abmel­den kann.

Safari-4-Fehler bei der Google.de-Abmeldung

Dass in dem URL, den Safa­ri auf­ru­fen möch­te, ein „/” fehlt, sieht man gleich. Doch es fehlt noch eini­ges mehr. Man beach­te die unter­schied­li­chen URLs in den Sta­tus­zei­len von Fire­fox (3.5b99) und Safa­ri 4, wenn man den Maus­zei­ger auf den Abmel­de-Link hält (ins Bild kli­cken für grö­ße­re Ansicht):

Google.de-Abmeldelink in Firefox 3.5 Preview

Defekter Google.de-Abmelde-Link in Safari 4

Zur Sicher­heit habe ich das Gan­ze eben auch noch ein­mal in Goog­le Chro­me pro­biert, der ja wie Safa­ri auf Web­Kit basiert. Auch hier tritt der Feh­ler genau­so­we­nig auf wie in Fire­fox. Muss als irgend­wie an Safa­ri lie­gen. Oder zumin­dest an mei­ner Safari-Installation…

Google.de-Abmelde-Link in Chrome

Browser und Brüssel

Internet Explorer Icon 300px

Micro­soft sieht sich nun also gezwun­gen, Win­dows 7 in Euro­pa ohne den Inter­net Explo­rer 8 aus­zu­lie­fern, um sei­nen ange­kün­dig­ten GA-Ter­min am 22. Okto­ber auf jeden Fall hal­ten zu kön­nen. Wor­in die EU-Kom­mis­si­on in Brüs­sel ihrer­seits eine noch­ma­li­ge Beschrän­kung der Wahl­mög­lich­kei­ten des euro­päi­schen Ver­brau­chers wit­tert.

Ich glau­be, ich bin im fal­schen Film. Die Müh­len der Kar­tell­be­hör­den über­all auf die­ser Welt mah­len seit Jah­ren zu lang­sam für die schnell­le­bi­ge IT-Bran­che. Die Kar­tell­wäch­ter befas­sen sich immer erst dann mit Pro­ble­men, wenn die sich längst erle­digt haben. Der „Brow­ser-Krieg” war ein The­ma zu Net­scape-Zei­ten. Wie­so geht die Kom­mis­si­on jetzt noch einer post­hu­men (was den Desk­top angeht jeden­falls) Beschwer­de von Ope­ra nach?

Fire­fox beweist mit signi­fi­kan­ten Markt­an­tei­len vor allem in Euro­pa längst, dass bei Brow­sern ein durch­aus gesun­der Wett­be­werb herrscht. Dazu noch Safa­ri, Chro­me und klei­ne­re Exo­ten (wie Ope­ra) – der Kon­su­ment hat also durch­aus die Qual der Wahl.

Klar, es gibt immer ein paar Leu­te, die sich einen Com­pu­ter kau­fen und dann glau­ben, der mit­ge­lie­fer­te IE sei der ein­zi­ge Brow­ser. Das sind dann aber auch die glei­chen, die auf ewig MSN als Start­sei­te behal­ten (oder T-Online, wenn sie sich deren Soft­ware antun). Solch unmün­di­gen Ver­brau­chern hel­fen aber auch kei­ne Kar­tell­stra­fen aus Brüssel.

Micro­softs Sün­de hin­sicht­lich des IE ist aus mei­ner Sicht ohne­hin nicht das Bund­ling mit Win­dows. Son­dern, dass sie jah­re­lang die W3C-Stan­dards igno­riert und pro­prie­tä­res Zeug wie ActiveX pro­pa­giert haben. Auf das auch noch vie­le Anwen­der gera­de in Unter­neh­men rein­ge­fal­len sind, weil es bequem war. Scott McNea­ly läs­ter­te sei­ner­zeit gern über „Cap­tiveX” – remember?

Doch längst hat sich der Red­mon­der Sau­lus in vie­len Berei­chen zum Pau­lus gewan­delt. Was man unter ande­rem am IE8 able­sen kann, der durch­aus ordent­lich mit Web-Stan­dards umgeht und eine Men­ge guter Ide­en und Kon­zep­te ent­hält. Die seit Jah­ren erkenn­ba­re Öff­nung in Rich­tung Inter­ope­ra­bi­li­tät haben aber nicht die Kom­mis­sa­re in Brüs­sel oder ihre Pen­dants in Washing­ton, D.C., erzwun­gen, son­dern Micro­softs eige­ne Kunden.

Trotz­dem rei­tet die Kom­mis­si­on immer noch auf dem The­ma Brow­ser her­um und zwingt Micro­soft zu dem absur­den „Win­dows E”. Das wird die PC-Her­stel­ler und Ver­brau­cher unge­fähr genau­so tan­gie­ren wie das frü­he­re „Win­dows N” ohne Media Play­er. Die meis­ten Win­dows-PCs wer­den gewiss trotz­dem mit dem IE in den Han­del kom­men. Teu­re und res­sour­cen­ver­nich­ten­de Sisy­phus-Arbeit der Kom­mis­si­on, wei­ter nichts.

Micro­soft kämpft in Wahr­heit längst an ande­ren Fron­ten. Mit Bing, Sil­ver­light, Win­dows Mobi­le, Azu­re, Zune, Xbox 360 gegen Goog­le, Ado­be, Apple und RIM, Ama­zon, VMware, Nin­ten­do… Und hat teil­wei­se einen erheb­lich schwe­re­ren Stand als in der Mono­po­ly-Ver­gan­gen­heit. Aber bis die Kar­tell­hü­ter sich mal genau­er anschau­en, wie hart die Ban­da­gen auf die­sen neu­en Schlacht­fel­dern sind, wer­den erst wie­der ein paar Jah­re ins Land gehen. 

Wie sich Langenscheidt und BIFAB ins Aus befördern

Ich muss mich mal wie­der ein biss­chen auf­re­gen. Und zwar über die gro­tes­ke Soft­ware, die BIFAB (Biblio­gra­phi­sches Insti­tut & F. A. Brock­haus) und Lan­gen­scheidt mit ihren digi­ta­len Nach­schla­ge­wer­ken auf CD-ROM lie­fern. Aktu­el­ler Anlass ist das Rezen­si­ons­ex­em­plar des unzwei­fel­haft groß­ar­ti­gen Muret-San­ders, das mir Lan­gen­scheidt die­ser Tage als e-Groß­wör­ter­buch Eng­lisch zuge­schickt hat. Die­ser Daten­trä­ger kos­tet übri­gens knapp €200, wenn man ihn käuf­lich erwirbt.

Ein klei­ner Rück­blick: BIFAB und Lan­gen­scheidt bie­ten ihre Nach­schla­ge­wer­ke schon län­ger in Ver­sio­nen für den Com­pu­ter an. Anfangs gab es dafür eine gemein­sa­me Soft­ware, die PC-Biblio­thek. Die­se lief nur auf PC und Mac. Sie wur­de spä­ter abge­löst durch die Office-Biblio­thek, die zusätz­lich auch Linux unter­stützt. Lan­gen­scheidt hat sich dar­aus nun wie­der irgend­wie aus­ge­klinkt und ver­wen­det zumin­dest für Tei­le sei­ner Wer­ke das Pro­gramm e-Wör­ter­bü­cher. e-Wör­ter­bü­cher prä­sen­tiert sich dem stol­zen Besit­zer nach der Instal­la­ti­on so:

Langenscheidt e-Wörterbücher

Um es kurz zu machen: Geschmei­di­ge Win­dows-2000-Anmu­tung – wir leben aber im Jahr 2009. Die Soft­ware funk­tio­niert zwar, aber so etwas kann man heu­te ein­fach kei­nem Nut­zer mehr zumu­ten. Die Mac-Aus­füh­rung der Office-Biblio­thek kommt genau­so zeit­ge­mäß daher und gemahnt optisch bes­ten­falls an Mac OS X 10.0 (ver­dammt lang her, um BAP zu zitieren):

Office-Bibliothek unter Mac OS X

Dass die Office-Biblio­thek unter Win­dows und Linux genau­so grau­sig aus­schaut, ver­steht sich von selbst. Wei­te­re Screen­shots erspa­re ich mir und Euch. Kei­nes der genann­ten Pro­gram­me ist auch nur ansatz­wei­se zeit­ge­mäß, und kei­nes nutzt die tol­len Mög­lich­kei­ten, die moder­ne Betriebs­sys­te­me dem Pro­gram­mie­rer zur Ver­fü­gung stel­len. Zum Ver­gleich noch ein­mal kurz die Anmu­tung des Lexi­kon-Pro­gram­mes, das Apple (als kos­ten­lo­se Drein­ga­be) mit sei­nem Betriebs­sys­tem mitliefert:

Apples Lexikon aus Mac OS X

Ich will hier aber nicht nur über Eye Can­dy reden. Das Haupt­pro­blem von PC- und Office-Biblio­thek sowie e-Wör­ter­bü­cher ist näm­lich ein ganz ande­res: Inkom­pa­ti­bi­li­tä­ten und das elen­de Gefri­ckel mit Regis­trie­run­gen und dem „DRM für Arme” (Digi­ta­le Rechtemin­de­rung, wie die „FAZ” gut und gern schreibt), das sich die Anbie­ter erlau­ben. Und die einem dann auch noch den letz­ten Spaß versauen.
„Wie sich Lan­gen­scheidt und BIFAB ins Aus beför­dern“ wei­ter­le­sen