Wie mich Ama​zon​.de zur Verzweiflung gebracht hat

Erklär­tes Ziel von Ama­zon ist es, „das kun­den­freund­lichs­te Unter­neh­men der Welt zu sein”. Mit der Umset­zung hapert es aber hier und da noch.

Jack DeJoh­net­te, Lar­ry Gre­na­dier, John Mede­ski und John Sco­field sind Hud­son. Falls Euch die Namen nichts sagen: Alles Jaz­zer aller­ers­ter Güte, die sich gera­de zu einer neu­en „Super­group” zusam­men­ge­fun­den haben. Nach­dem ich noch dazu eini­ge mehr oder weni­ger über­schwäng­li­che Kri­ti­ken zu dem Album gele­sen hat­te, woll­te ich unbe­dingt mei­ne Samm­lung um die CD erwei­tern. Zu mei­ner mit­tel­gro­ßen Ver­wun­de­rung war Hud­son am Sams­tag nach dem Erschei­nungs­tag 9. Juni 2017 aber bei mei­nen übli­chen Anlauf­stel­len in Mün­chen (Beck, Saturn Neu­hau­ser Stra­ße, Mül­ler im Tal) nir­gends zu sehen und sogar nicht ein­mal im Com­pu­ter gelis­tet oder vor­an­ge­kün­digt.

Hudson, Bestelldetails in meinem Amazon-Konto
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Amazon Prime: Jetzt beenden

Lie­bes Ama­zon,

ich habe mei­ne Prime-Mit­glied­schaft soeben been­det. Jetzt been­det. Abon­niert hat­te ich Prime wegen der kos­ten­lo­sen Lie­fe­rung am nächs­ten Tag ohne Min­dest­be­stell­wert. Tol­le Sache, fin­de ich.

Fand ich. Bis Ihr mir geschrie­ben habt, dass Prime jetzt Prime Instant Video heißt und statt 29 Euro 49 Euro kos­tet. Dafür könn­te ich mir irgend­wel­che 12.000 Fil­me und Fern­seh­se­ri­en angu­cken, gestreamt. In größ­ten­teils mie­ser Qua­li­tät, nicht gera­de tau­frisch und noch dazu ohne eng­li­schen Ton­ka­nal. Und das auch noch über die tote Sil­ver­light-Tech­nik von Micro­soft, die Ihr wahr­schein­lich immer noch wegen DRM braucht.

Fast bereit - fehlt nur noch Silverlight

Ich will kein Sil­ver­light auf mei­nem Rech­ner. Und Euer Lovefilm-Zeug will ich auch nicht. Weil Ihr da nun ein Zwangs­pa­ket geschnürt habt aus Prime und Lovefilm, will ich Prime gar nicht mehr. Und ich hof­fe, das wol­len vie­le ande­re auch nicht und kün­di­gen eben­falls.

Damit Ihr merkt, dass Ihr so was nicht ein­fach machen könnt mit Euren Kun­den.

Amazon AutoRip jetzt auch in Deutschland

AutoRip Logo
Logo: Ama­zon

Ama­zon-Kun­den erhal­ten ab sofort kos­ten­lo­se MP3-Ver­sio­nen von auf CD, Vinyl oder Kas­set­te gekauf­ter Musik – dies gilt sowohl für ver­gan­ge­ne Bestel­lun­gen als auch für aktu­el­le und zukünf­tig bestell­te Ton­trä­ger mit Auto­Rip.

Kun­den, die seit 1999 Auto­Rip CDs, Schall­plat­ten oder Kas­set­ten bei Ama​zon​.de gekauft haben, fin­den die MP3-Ver­sio­nen ihrer Titel nun auto­ma­tisch und kos­ten­los in ihrem per­sön­li­chen Ama­zon Cloud Play­er.

Mehr dazu.

Amazon bringt den Kindle Paperwhite nach Deutschland

Foto: Ama­zon

Fein, auch der neue Kind­le Paper­white mit dem allen US-Tests zufol­ge bis­lang bes­ten Dis­play aller E-Reader über­haupt am Markt kommt nach Deutsch­land. Er kos­tet hier 129 Euro mit WLAN only und 189 Euro mit zusätz­lich 3G-Mobil­funk. Vor­be­stel­len kann man ab sofort; aus­ge­lie­fert wird ab dem 22. Novem­ber. In den USA bekommt man den Kind­le Paper­white mit Wer­be­ein­blen­dun­gen übri­gens für 119/179 Dol­lar und ohne für 139/199 Dol­lar. Die sub­ven­tio­nier­te Vari­an­te gibt es hier­zu­lan­de nicht.

Aus dem kürz­lich erneu­er­ten US-Line-up war der Paper­white genau das Kind­le-Modell, das mich inter­es­siert hat. Könn­te also sein, dass ich ihn mir selbst zu Weih­nach­ten schen­ke. Zumal auch noch die Kind­le-Leih­bü­che­rei im Okto­ber in Deutsch­land ihre vir­tu­el­len Pfor­ten öff­net.

Ama­zon selbst räumt übri­gens frei­mü­tig ein, dass der Kind­le Paper­white durch­aus nicht per­fekt ist. Vol­ker bemän­gel­te via Twit­ter das Feh­len von Knöp­fen zum Blät­tern – ob ich die ver­mis­sen wer­de, weiß ich nicht, da ich bis­her kei­nen ande­ren Kind­le genutzt habe.

Amazon Cloud Player in Deutschland

Seit heu­te gibt es den Ama­zon Cloud Play­er auch in Deutsch­land. Das wür­de mir aller­dings sehr viel bes­ser gefal­len, wenn der Cloud Play­er auch die gan­ze Musik aner­ken­nen wür­de, die ich bei Ama­zon als CD gekauft habe. Medi­en­brü­che sind doof.

Wikileaks: Warum ich Amazon und PayPal nicht boykottiere

Nach­dem Ama­zon (Web Ser­vices) und PayPal nicht mehr für Wiki­leaks tätig sein wol­len, rufen ver­schie­de­ne mir mehr oder weni­ger gut bekann­te Men­schen jetzt zum Boy­kott der bei­den Anbie­ter auf. Ich kann zwar die Ver­är­ge­rung nach­voll­zie­hen, hal­te sie aber für über­trie­ben emo­tio­nal und, par­don, auch ein wenig naiv. Ich wer­de mich dem Boy­kott ganz bewusst nicht anschlie­ßen. Und das mache ich nicht aus Bequem­lich­keit (ich bin genau­so Prime-Kun­de bei Ama­zon wie Richard und Björn).

Son­dern des­we­gen, weil ich die Ent­schei­dun­gen bei­der Unter­neh­men nach­voll­zie­hen kann. Ver­steht mich nicht falsch – ich hal­te Whist­leb­lo­wer wie Wiki­leaks für gut und wich­tig. Jedoch agie­ren sie nun mal not­wen­di­ger­wei­se und aus Prin­zip in einer recht­li­chen Grau­zo­ne. Fir­men wie AWS, PayPal oder auch Ever­yDNS konn­ten des­we­gen auch nicht ihre Geschäfts­be­zie­hung zu Wiki­leaks auf­recht­erhal­ten, nach­dem ihnen der Inhalt der zuletzt gele­ak­ten diplo­ma­ti­schen Depe­schen und deren recht­li­che Bri­sanz bekannt wur­de. Genau­so wie zum Bei­spiel You­Tube urhe­ber­recht­lich geschütz­te Inhal­te ent­fernt, wenn die­se vom Copy­right-Inha­ber gemel­det wer­den.

Ich wer­de daher auch wei­ter­hin bei Ama­zon ein­kau­fen (und zwar wie gehabt bewusst nur par­ti­ell, weil ich mich bemü­he, auch den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del im Geschäft zu hal­ten) und wei­ter­hin im Netz mit PayPal bezah­len, weil ich da nicht stän­dig mei­ne kom­plet­ten Kre­dit­kar­ten­da­ten durchs Netz schi­cken muss.

Und ich wer­de natür­lich auch wei­ter­hin die Ver­öf­fent­li­chun­gen von Wiki­leaks – Spie­gel-Ser­ver fin­det man übri­gens unter wiki​leaks​.ch/​m​i​r​r​o​r​s​.​h​tml (neu) und wiki​leaks​.info – mit gespann­tem Inter­es­se ver­fol­gen.

Und zu guter Letzt zitie­re ich mal einen Tweet, der mir rich­tig gut gefällt:

Not­hing in the lea­ked cables is hur­ting the US repu­ta­ti­on like the US governments reac­tion to the leak. #cable­ga­te

Amazon und die Umlaute

In der Boi­ler­pla­te von Ama​zon​.de steht:

Ziel war es von jeher, das kun­den­ori­en­tier­tes­te Unter­neh­men der Welt zu sein

Auf der US-Sei­te lau­tet das Cre­do genau­so:

Ama​zon​.com, Inc. seeks to be Earth’s most custo­mer-cen­tric com­pa­ny

Wenn dem so ist, dann ver­ste­he ich beim bes­ten Wil­len nicht, wie­so ich in einer Gruß­bot­schaft („free gift note”) für eine Geschenk­be­stel­lung im Jahr 2010 noch immer kei­ne Umlau­te und Son­der­zei­chen ver­wen­den darf:

Uni­code gibt es ja schließ­lich nicht erst seit ges­tern, oder?