Das iPhone X ist mir zu teuer

Ein paar lose Gedan­ken zu ges­tern Abend:

  • Das iPho­ne X ist mir zu teu­er, seit ich nicht mehr zu den Pri­vi­le­gier­ten gehö­re. Ein tol­les Gerät mit zwei­fel­los enor­mem Haben-will-Fak­tor, aber ein­fach viel zu teu­er. Gleich­zei­tig ent­wer­tet es noch das par­al­lel vor­ge­stell­te iPho­ne 8.
  • Face ID: Tol­le Tech­no­lo­gie, aber für mich null Mehr­wert gegen­über einem Fingerabdruckleser.
  • Ani­mo­ji: Pro­prie­tä­re Spie­le­rei, wei­ter nichts.
  • Wire­less Char­ging: Über­fäl­lig. Nützt vor allem der Ver­brei­tung des Qi-Stan­dards. iPho­ne-Besit­zer hät­ten von einer Schnell­la­de­funk­ti­on* à la Qual­comm Quick Char­ge nach mei­ner Ein­schät­zung aller­dings sehr viel mehr gehabt.
  • Aug­men­ted Rea­li­ty: ARKit hat gewiss unglaub­li­ches Poten­zi­al. Aber nach all den Jah­ren, für die schon der end­gül­ti­ge Durch­bruch für AR vor­her­ge­sagt wur­de, sehe ich noch immer weit und breit kei­ne „Kil­ler-Anwen­dung”. Ich hab auch eh kei­ne Lust, die Welt durch ein Head­set oder einen Smart­pho­ne-Bild­schirm zu betrachten.
iPhone X seitlich flach
Foto: Apple
  • Apple Watch Series 3: Inter­es­siert mich genau­so wenig wie die Apple Wat­ches davor. Ich bin kein Fit­ness-Fex, ich will nicht jedes Mal mein Hand­ge­lenk kip­pen, um die Uhr­zeit zu sehen, und will mei­ne Uhr nicht jeden Abend auf­la­den müs­sen. Außer­dem bin ich bei Spo­ti­fy und nicht bei Apple Music. Von ästhe­ti­schen und phi­lo­so­phi­schen Aspek­ten von Zeit und Zeit­mes­sern oder von Jahr­hun­der­te alter Hand­werks­tra­di­ti­on will ich gar nicht erst anfangen …
  • Apple TV 4K: Brau­che ich erst­mal nicht. Mein Fern­se­her hat Full HD und das reicht mir noch (bei 43 Zoll). HDR mag ich auch nicht. Da sind für mein Emp­fin­den ein­fach die Far­ben über­mä­ßig gesät­tigt, genau­so wie bei den Tri­ni­tron-Röh­ren in den Sony-Fern­se­hern mei­ner Jugend.
  • Apple Retail: Ein Hauch von Grö­ßen­wahn. Ich möch­te nicht, dass ein Apple-Laden ein Stadt­bild bestimmt oder die loka­le Kul­tur­sze­ne prägt.
  • Ste­ve Jobs: Ja, den ver­mis­se ich auch.

*Hier muss ich mich mitt­ler­wei­le nach­jus­tie­ren: Das iPho­ne 8, 8 Plus und X haben eine Schnell­la­de­funk­ti­on! Aller­dings muss man noch wei­te­re min­des­tens 59 Euro für ein Lade­ge­rät aus­ge­ben, das die­se unter­stützt. Das mit­ge­lie­fer­te ist zu schwach.

Die Apple Watch ist nichts für mich

Ich habe ges­tern die Apple Watch zurück­ge­bracht, die ich vor eini­ger Zeit zum Tes­ten bekom­men hat­te. Stahl, 42 Mil­li­me­ter, mit Stahl-Glie­der­arm­band und schwar­zem Leder­arm­band (plus dem Mila­ne­se, weil das mir so gut gefiel). Die Uhr ist wirk­lich sehr schön, aber sie funk­tio­niert für mich nicht. Der Fun­ke will nicht überspringen.

Apple Watch Schachtel, Deckel
„Die Apple Watch ist nichts für mich“ wei­ter­le­sen

Apple Music: Mixed Emotions erstmal

Apple Music Features
Foto: Apple

Apple hat ges­tern Abend die Kat­ze aus dem Sack gelas­sen und den erwar­te­ten Strea­ming-Dienst Music vor­ge­stellt, der auf lan­ge Sicht das Kau­fen und Besit­zen von Musik durch Strea­ming und dau­ern­des Zah­len für den Zugang ablö­sen soll. Die Ankün­di­gung hat mich auch nach ein­ma­li­gen Dar­über­schla­fen mit vor­erst gemisch­ten Gefüh­len zurückgelassen.

  • Drei Mona­te kos­ten­los tes­ten: Gut. Schlecht für Spo­ti­fy, Deezer und Co.
  • 14,99 Dol­lar Fami­li­en­preis für bis zu sechs Men­schen: Kon­kur­renz­los güns­tig der­zeit, für mich per­sön­lich lei­der uninteressant.
  • Beats 1: Braucht kein Mensch. Zumin­dest kei­ner den ich kenne.
  • Con­nect: MyS­pace hat mich damals schon nicht interessiert.
  • Unsi­gned Artists: Dafür gibt es SoundCloud.

Jim­my Iovi­ne hat zwar ges­tern davon gespro­chen, wie wich­tig der mensch­li­che Fak­tor ist bei Musik und dass Algo­rith­men eben nicht wirk­lich emp­feh­len kön­nen. Aber dann kommt Music doch wie­der mit ban­nig Algo­rith­men um die Ecke – und von Men­schen kura­tier­te Play­lists haben die Wett­be­wer­ber natür­lich auch alle längst. Zum Strea­ming-Kata­log (Stich­wort bei­spiels­wei­se Beat­les) hat Apple außer Titel­zah­len bis­lang nichts wei­ter gesagt.

Mich inter­es­siert auch noch ganz drin­gend, ob und gege­be­nen­falls wann Apple Music auch auf Sonos kommt. Für mich ein KO-Kri­te­ri­um. An Sonos soll es wohl nicht liegen:

EPIC speech from Tim Cook

Cook-Videoschalte beim CFA-Dinner des EPIC
Foto: EPIC

I’m speaking to you from Sili­con Val­ley, whe­re some of the most pro­mi­nent and suc­cess­ful com­pa­nies have built their busi­nes­ses by lul­ling their custo­mers into com­pla­c­en­cy about their per­so­nal infor­ma­ti­on. They’re gob­b­ling up ever­y­thing they can learn about you and try­ing to mone­ti­ze it. We think that’s wrong. And it’s not the kind of com­pa­ny that Apple wants to be.”

Hat Tim Cook beim CFA-Din­ner des EPIC gesagt laut „The Ver­ge”. Gleich­zei­tig hat Insta­gram Wer­bung in Nut­zer-Feeds und Pin­te­rest sei­ne neu­en Buy-it-But­tons ange­kün­digt. So ein Zufall aber auch. Goog­le Pho­tos nicht zu ver­ges­sen. Noch­mal Tim Cook, die­ses Mal zitiert von „Tech­Crunch”:

We belie­ve the custo­mer should be in con­trol of their own infor­ma­ti­on. You might like the­se so-cal­led free ser­vices, but we don’t think they’re worth having your email, your search histo­ry and now even your fami­ly pho­tos data mined and sold off for god knows what adver­ti­sing pur­po­se. And we think some day, custo­mers will see this for what it is.”

Drei Dinge, die mich an der Apple Watch stören

Workout-App auf der Apple Watch
Foto: Apple
  1. Es passt ein­fach nicht viel Infor­ma­ti­on auf den klei­nen Uhren­bild­schirm (und ja, für mich wird lang­sam Pres­by­o­pie ein Thema).
  2. Wenn ich (direkt oder indi­rekt) 999 Euro* für ein wun­der­schö­nes iPho­ne 6 Plus hin­ge­blät­tert habe – war­um soll ich dann noch mal 1249 Euro dafür bezah­len, dass ich mein Smart­pho­ne weni­ger häu­fig zücken muss und her­zei­gen kann?
  3. Nichts gegen Luxus­uh­ren, wirk­lich nicht. Aber eine Com­pu­ter­uhr ist kei­ne Wert­an­la­ge. Zuhäl­ter alter Schu­le tru­gen oder tra­gen eine Rolex, weil sie die jeder­zeit zu Bar­geld machen konn­ten und kön­nen. Die Din­ger sind wert­sta­bil. Eine Apple Watch jedoch lässt sich zwei, aller­höchs­tens drei Jah­re auf dem aktu­el­len Soft­ware-Stand hal­ten. Danach kann ich sie ein­schmel­zen und eine neue kaufen.

*Ja, ich weiß, dass es das iPho­ne 6 Plus ab 799 Euro und die Watch auch schon für 399 Euro gibt.

Software von Apple – auch nicht mehr das, was es mal war?

OS Yosemite Visual
Foto: Apple

Der bekann­te Soft­ware­ent­wick­ler Mar­co Arment schreibt:

Apple has com­ple­te­ly lost the func­tio­nal high ground. “It just works” was never com­ple­te­ly true, but I don’t think the list of qua­li­fiers and aste­risks has ever been lon­ger. We now need to tre­at Apple’s OS and app­li­ca­ti­on relea­ses with the same extre­me skep­ti­cism and trepi­da­ti­on that con­ser­va­ti­ve Win­dows IT depart­ments employ.

Warum immer noch dünner, Apple?

Nach gut einer Woche mit dem iPad Air 2, das mir Apple zum Tes­ten über­las­sen* hat, muss ich Euch ein biss­chen ent­täu­schen: Das neue Apple-Tablet gefällt mir nicht bes­ser als sein Vor­gän­ger. Auch wenn es gegen­über dem iPad Air einen offen­sicht­li­chen Vor­teil hat: An das Ent­sper­ren mit Touch ID gewöhnt man sich wirk­lich sehr schnell und möch­te es spä­ter auch nicht mehr mis­sen. An die­ser Stel­le hört mei­ne Begeis­te­rung dann aber auch schon auf.

Links iPad Air, rechts Air 2

Ich fin­de es nämlch voll­kom­men unnö­tig, dass Apple das iPad noch mal dün­ner gemacht hat. Was habe ich davon, wenn dafür der Akku jetzt gefühl­te zwei Stun­den weni­ger lan­ge durch­hält und sich bei Nicht­be­nut­zung deut­lich schnel­ler leert als zuvor? Wenn’s nach mir gin­ge, hät­te Apple lie­ber einen Akku mit mehr Kapa­zi­tät** ver­bau­en und das iPad dafür so dick wie vor­her las­sen sol­len. Min­des­tens. Und: Was haben wir Nut­zer von immer fra­gi­le­ren Gerä­ten, wenn man die dann mit immer mas­si­ve­ren Hül­len vor den Tücken des All­tags schüt­zen muss? Nüscht.
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