300 km/h sind gar nicht so schnell

Ich bin über Weih­nach­ten zum ers­ten Mal mit dem neu­en Sprin­ter-ICE von Mün­chen nach Ber­lin und zurück gefah­ren. Bei­de Male hat­te der Zug am Ziel eine „Ver­spä­tung“ von einer Minu­te und damit die Stre­cke jeweils in 3 Stun­den und 59 Minu­ten hin­ter sich gebracht. Nach zuvor mehr als sechs Stun­den ein Unter­schied wie Tag und Nacht.

Ein paar sub­jek­ti­ve Ein­drü­cke:

  • Die neu­en Sit­ze wir­ken anfäng­lich nicht son­der­lich bequem, bei­spiels­wei­se lässt sich die Nei­gung der Rücken­leh­ne nicht ver­stel­len und es gibt auch kei­ne Fuß­stüt­zen. Trotz­dem kann man län­ge­re Stre­cken dar­in rela­tiv ermü­dungs­frei absit­zen.
  • Mit wei­ter­hin nur einer Steck­do­se pro Sitz­paar ist die Bahn nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Von USB-Lade­do­sen oder gar Qi will ich gar nicht erst anfan­gen …
  • Sitz­platz­num­mern und -reser­vie­run­gen wer­den nun (gut les­bar) in der Kopf­stüt­ze der gang­sei­ti­gen Sit­ze ange­zeigt. Wer das noch nicht weiß, sucht die­se Infor­ma­tio­nen gewohn­heits­mä­ßig oben bei den Gepäck­ab­la­gen und damit ver­ge­bens.
  • Die Frei/­Be­setzt-Anzei­ge an den Toi­let­ten ist nun deut­lich grö­ßer und damit viel bes­ser ables­bar.
  • Die 300 Stun­den­ki­lo­me­ter Höchst­ge­schwin­dig­keit fährt der Sprin­ter nur auf einem rela­tiv klei­nen Teil der Stre­cke, näm­lich irgend­wo ab Bam­berg bis Erfurt sowie zwi­schen Erfurt und Hal­le. Von Mün­chen nach Nürn­berg sowie von Hal­le nach Ber­lin gibt es kei­nen Unter­schied zum nor­ma­len ICE. Oder anders gesagt: Durch­aus noch Beschleu­ni­gungs­po­ten­zi­al, theo­re­tisch ;-)
  • Die 300 Stun­den­ki­lo­me­ter habe ich nicht etwa als beson­ders, geschwei­ge denn gefähr­lich oder bedroh­lich schnell emp­fun­den. Viel­mehr kam mir die rest­li­che Fahrt – Orts­durch­fahr­ten mit 60 km/h und der­glei­chen – beson­ders lang­sam vor.
  • Für mich ist der Sprin­ter zeit­lich jetzt eine ech­te Alter­na­ti­ve zum Flie­gen. Bil­lig ist der Spaß aller­dings nicht – 225 Euro für die Hin- und Rück­fahr­kar­te mit Bahn­card-25-Rabatt plus 9 EUR für die Reser­vie­run­gen. Immer­hin: Der Sprin­ter ist nicht teu­rer als ande­re ICEs zwi­schen Mün­chen und Ber­lin (der Preis für die­se Stre­cke wur­de zuletzt aller­dings ins­ge­samt spür­bar erhöht).


Ein Reisebericht

Die Start­bah­nen für den Trip ins Wochen­en­de lie­gen auf einer zer­kratz­ten Spie­gel­flie­se aus dem Bau­markt. Fünf fili­gran gezo­ge­ne Lini­en, eine für jeden und die fünf­te als Reser­ve für den­je­ni­gen, der nach­le­gen will.
Alex­an­der Tieg im Maga­zin der „B.Z.“

Mein erstes Mal re:publica

Am Mitt­woch und Don­ners­tag war ich zum ers­ten Mal auf der re:publica in Ber­lin. Ich bin immer noch ganz beseelt von den vie­len Ein­drü­cken und Gesprä­chen und wer­de ganz sicher in den nächs­ten Jah­ren wie­der hin­fah­ren. Dann aber alle drei Tage. Falls nötig, neh­me ich mir dafür sogar Urlaub. Die zwei Tage haben mich berei­chert und mir, der ich als Jour­na­list doch eher „Zaun­gast“ war, Inspi­ra­ti­on, Denk­an­stö­ße und neue Kraft gege­ben.

Ich habe auf der re:publica vor allem ganz vie­le span­nen­de Men­schen getrof­fen. Am Anfang natür­lich erst­mal wel­che, die ich schon vor­her kann­te. Aber die­ser Kreis hat sich ganz natür­lich von selbst erwei­tert, nicht zuletzt dank der wun­der­bar aus­ge­wähl­ten (mei­ne Eltern woh­nen eine U-Bahn-Sta­ti­on ent­fernt) neu­en Loca­ti­on Sta­ti­on Ber­lin mit ihrer Kom­bi­na­ti­on aus gleich­zei­tig Offen­heit und Inti­mi­tät. Tol­le Idee übri­gens, ein­fach in der Mit­te einen Berg bun­te Mono­blocs hin­zu­stel­len, die sich dann nach und nach mit den Teil­neh­mern in allen mög­li­chen Kon­stel­la­tio­nen über das Gelän­de ver­teil­ten…

Das Pro­gramm war span­nend und viel­fäl­tig, per se wie auch als Rah­men für das „Klas­sen­tref­fen“ der soge­nann­ten Netz­ge­mein­de in Deutsch­land. Eine so frucht­bar kom­mu­ni­ka­ti­ve und offe­ne Atmo­sphä­re habe glau­be ich noch nir­gends sonst erlebt. Und das will durch­aus etwas hei­ßen. Ich möch­te des­we­gen den Ver­an­stal­tern ein ganz dickes Lob dafür aus­spre­chen, was sie hier in jah­re­lan­ger Arbeit auf die Bei­ne gestellt haben. Und mich dafür bedan­ken, dass ich dabei­sein durf­te (gilt natür­lich auch für den wun­der­ba­ren Abend mit Goog­le in der Pan Am Lounge).

Mein wirk­lich ein­zi­ger Kri­tik­punkt ist das WLAN, dass zumin­dest an den bei­den ers­ten Tagen so gut wie unbe­nutz­bar war. Mir ist natür­lich bewusst, wie schwie­rig es ist, ein Are­al von 20.000 Qua­drat­me­tern mit tau­sen­den ver­netz­ten Besu­chern auf doch engem Raum mit Wi-Fi aus­zu­leuch­ten. Ange­sichts der unzwei­fel­haft wach­sen­den Bedeu­tung der re:publica hof­fe ich, dass sich künf­tig einer der gro­ßen pro­fes­sio­nel­len Anbie­ter in die­sem Bereich zum Netz-Spon­sor auf­schwingt und der rp13 ff. das WLAN beschert, das ihr gebührt.

Auf dem Gehweg Hundekot

60 ist die neue 50. Ach was, die neue 40.

Annet­te und Inga Hum­pe stam­men übri­gens aus Her­de­cke. Ihre Eltern hat­ten da ein klei­nes Café. Ich glau­be, da hab ich mir als Fünft­kläss­ler noch mein Eis gekauft. Für zehn Pfen­ni­ge die Kugel. Das muss­te mal gesagt wer­den.

Sehr nett, Lunettes!

Com­ing soon to a nose near you: Moscot Nebb. Mei­ne nächs­te Bril­le. Das Gestell liegt bereits auf mei­nem Schreib­tisch neben mir. Und das kam so:

Die Nebb habe ich von Lunet­tes Selec­tion in Ber­lin (vor­mals Lunet­tes Bril­len­agen­tur). Über die ich mal vor eini­ger Zeit sprich­wört­lich gestol­pert war, als sie anläss­lich einer Fach­mes­se hier in Mün­chen eine klei­ne Gale­rie in der Schleiß­hei­mer Stra­ße ange­mie­tet hat­ten, die zufäl­lig auf mei­nem Rück­weg vom Früh­stück im Volks­gar­ten lag. Nett unter­hal­ten und beschlos­sen, mal in der Tor­stra­ße vor­bei­zu­ge­hen.

Nun bin ich lei­der neu­er­dings weni­ger oft im „dicken B“ als zuletzt und habe des­we­gen den Online-Shop von Lunet­tes ange­surft. Dort habe ich dann gese­hen, dass sie einen lobens­wer­ten Ser­vice anbie­ten: Man kann sich bis zu sechs Bril­len­ge­stel­le als soge­nann­te Aus­wahl­sen­dung „zur Ansicht“ schi­cken las­sen. Dazu muss man frei­lich sei­ne Kre­dit­kar­ten­eck­da­ten raus­rü­cken oder eine Anzah­lung leis­ten, aber das ist ja nur recht und bil­lig. Anschlie­ßend schickt Lunet­tes die Frames via Her­mes. Man kann sie dann eine Woche lang nach Her­zens­lust pro­bie­ren, foto­gra­fie­ren, Freun­den vor­füh­ren und so wei­ter. Danach schickt man (ver­sand­kos­ten­frei) die Gestel­le wie­der zurück, die man nicht behal­ten möch­te.

Im Online-Shop von Lunet­tes hat­te ich mich jeden­falls erst­mal in eine ganz ande­re Bril­le ver­guckt und mir noch zwei wei­te­re dazu bestellt in mei­ner Aus­wahl­sen­dung. Beim „Cas­ting“ mit der Ex kamen wir bei­de zu dem Schluss, dass die Yama­mo­to irgend­wie zu schmet­ter­lings­haft ist und über­haupt nicht in mein Gesicht passt. Statt­des­sen wur­de es halt die Nebb – die hat­te Petra von Lunet­tes mit noch zwei ande­ren Model­len eigen­in­itia­tiv aus­ge­wählt und mit ins Päck­chen gelegt.

Ich hab dann natür­lich noch ein biss­chen Moscot geg­oogelt und gese­hen, dass es auch hier vor Ort durch­aus eini­ge Händ­ler gibt, die die­se New Yor­ker Tra­di­ti­ons­mar­ke füh­ren. Bei einem, den ich ganz gut ken­ne, habe ich dann ange­fragt; er hät­te das Modell bestel­len müs­sen und noch dazu wäre es fast zehn Pro­zent teu­rer gewe­sen. Danach stand mei­ne Ent­schei­dung end­gül­tig fest – die Nebb wur­de nicht wie­der ein­ge­packt für die Retou­re.

Lan­ger Rede kur­zer Sinn: Die­se Aus­wahl­sen­dung von Lunet­tes ist ein tol­ler und kun­den­freund­li­cher Ser­vice, fin­de ich. Ich hof­fe, dass es ihn noch lan­ge gibt und sich mehr Online-Händ­ler davon inspi­rie­ren las­sen. Mit einer so per­sön­li­chen und auf gegen­sei­ti­gem Ver­trau­en grün­den­den Dienst­leis­tung kann man als klei­ner, aber fei­ner Anbie­ter auch gegen Rie­sen wie Brille24 und Co bestehen, glau­be ich.

Helena macht schöne Mützen

Ich will ja jetzt kein Fashion Blog auf­ma­chen, aber Hele­na Aho­nen macht echt schö­ne Müt­zen und Hüte. Für Frau­en und für Män­ner. Ihr Laden ist in Ber­lin in der Fehr­bel­li­ner Stra­ße, gleich bei der Zions­kir­che. Also wenn Ihr mal in der Gegend seid…

Odin und das Tagebuch eines Wahnsinnigen

Seit zwei Stun­den bin ich zurück aus einem lan­gen Wochen­en­de in Ber­lin, das sich ein­mal mehr als groß­ar­ti­ge Stadt gezeigt hat. Am Sams­tag haben wir uns zum Bei­spiel erst die Huf­ei­sen­sied­lung, dann Schloss Britz und den Brit­zer Gar­ten ange­schaut. Dort in der Mohri­ner Allee habe ich ein klei­nes Video von einem fas­zi­nie­ren­den Kunst­werk gedreht und eben als mei­nen ers­ten eige­nen Clip zu You­Tube hoch­ge­la­den:

Abends waren wir dann noch im Thea­ter (DT Kam­mer­spie­le) und haben uns Gogols „Tage­buch eines Wahn­sin­ni­gen“ als Ein-Mann-Stück mit Samu­el Fin­zi ange­schaut.

70 gran­dio­se Minu­ten Thea­ter vom feins­ten, die ich bestimmt so schnell nicht ver­ges­sen wer­de. Und den Gogol kra­me ich mir auch noch mal vor, wenn ich fer­tig bin mit WWGD.