Die Surface-Tastatur, Form und Funktion

Ich habe mir neu­li­ch ja die Sur­face-Tas­ta­tur und -Maus von Micro­soft gegönnt, weil bei­de Ein­ga­be­ge­rä­te so schön sind und opti­sch so wun­der­bar zu mei­nem Sur­face Pro 4 pas­sen. Nach­dem ich nun eine Zeit lang auf der Tas­ta­tur geschrie­ben habe, stört mich eine „Pro­blem­zo­ne” im Lay­out der Tas­ten immer mehr. Kon­kret geht es um die „Backspace”-Taste für das Rück­wärts­lö­schen und deren unmit­tel­ba­re Nach­bar­schaft. Die Back­space-Tas­te ist ers­tens ver­hält­nis­mä­ßig schmal (glei­ches gilt für die „Return”-Taste dar­un­ter). Und zwei­tens liegt direkt und ohne einen grö­ße­ren Abstand rechts dane­ben die „Einfg”-Taste, wie man auf dem Foto hof­fent­li­ch erken­nen kann:

Microsoft Surface Tastatur, Detail

Die­se Einfg-Tas­te erwi­sche ich als „unge­lern­ter” Zehn­fin­ger-Schrei­ber im All­tag viel zu häu­fig und über­schrei­be mir dann zum Bei­spiel in einem geplan­ten Tweet den URL, der schon rechts von der Ein­fü­ge­mar­ke steht. Zweit­häu­figs­ter Ver­tip­per auf der Sur­face-Tas­ta­tur ist bei mir dann „Druck” statt Back­space, was mir unge­wollt SnagIt auf den Bild­schirm zau­bert.

Das mag wie gesagt alles an mei­nem unpro­fes­sio­nel­lem Tip­psys­tem lie­gen. Den­no­ch habe ich den Ver­dacht, dass die Anord­nung der Tas­ten in dem erwähn­ten Bereich eher miss­lun­gen ist und hier lei­der die Form zu wenig der Funk­ti­on folgt. Dass es sehr wohl auch anders geht, zeigt die Tas­ta­tur von mei­nem Desi­gner Blue­too­th Desk­top (auch von Micro­soft Hard­ware) im Büro, mit der ich beim Schrei­ben deut­li­ch bes­ser klar­kom­me.

tl;dr Bevor Ihr 110 EUR für die Sur­face-Tas­ta­tur aus­gebt, soll­tet Ihr erst­mal aus­pro­bie­ren, ob Euch deren Lay­out taugt. 

Mono-Kultur

Die Fir­ma Richard Lam­pert aus Stutt­gart macht schö­ne Möbel. Zum Bei­spiel die Eier­mann-Tisch­ge­stel­le, als ein­zi­ger Her­stel­ler übri­gens mit offi­zi­el­ler Lizenz zum Löten (bes­ser gesagt Schwei­ßen). Einer der neu­es­ten Strei­che im Ange­bot von Richard Lam­pert ist der Tritt­ho­cker Mono, 2014 gestal­tet von Stef­fen Kehr­le. Mono ist aus Poly­ethy­len und sieht auf den ers­ten Bli­ck irgend­wie auch bloß nach einem wei­te­ren über­flüs­si­gen Plas­tik­ding aus.

Tritthocker Mono von Richard Lampert in verschiedenen Farben
Foto: Richard Lam­pert

Bei nähe­rem Hin­se­hen, Drauf- und Drü­ber­stei­gen ent­puppt es sich aller­dings als eben­so form­schön (der func­tion fol­lo­wend) wie unge­mein zweck­mä­ßig. Ers­tens als Hocker, zwei­tens als zwei­stu­fi­ger Tritt. Dank des rück­sei­ti­gen Ein­griffs kann man Mono leicht in der Woh­nung über­all da hin tra­gen, wo man sit­zen oder hoch­stei­gen will.

Mono kos­tet meis­tens 119 EUR. Es gibt inzwi­schen noch mehr und ande­re Far­ben als auf dem Foto oben; ich habe mei­nen in pur­pur­rot (RAL3004) die Tage bei maga­zin in den Fünf Höfen geschos­sen.

Lanyards von Jesper With

Lanyards By Jesper With

Manch­mal fin­det man Din­ge, die ein­fach per­fekt sind. Für mich gehö­ren die Schlüs­sel­an­hän­ger – man­cher sagt inzwi­schen neu­deut­sch Lanyard – dazu, die Jesper With in sei­ner Werk­statt in Kopen­ha­gen fer­tigt. Sim­ple und gute Zuta­ten, Hand­werk und däni­sches Desi­gn. Ich hat­te schon seit Jah­ren zwei, die ich damals bei Maga­zin (der Indus­tri­al-Toch­ter von Manu­fac­tum) hier in Mün­chen gekauft hat­te; lei­der führt Maga­zin sie schon län­ger nicht mehr.

Ich woll­te gern mehr davon und hab dann neu­li­ch mal ziem­li­ch viel Zeit damit ver­bracht, her­aus­zu­fin­den, dass offen­bar kein ein­zi­ger By-Jesper-With-Händ­ler eine nen­nens­wer­te Aus­wahl von Jes­pers Schlüs­sel­an­hän­gern online ver­kauft. Also habe ich Jesper ganz sim­pel eine E-Mail geschrie­ben und wir haben rela­tiv schnell ein biss­chen ganz per­sön­li­chen E-Com­mer­ce ver­ein­bart: Er hat sich ein Pay­Pal-Kon­to ange­legt, ich ihm was über­wie­sen und er mir zwei von sei­nen Lanyards in einen Brief­um­schlag gepackt und ein­ge­schrie­ben rüber­ge­schickt. Ich habe mich für Ber­lin oliv lang aus der Urban-Serie und ein Living Nepal kurz ent­schie­den. Bei­de waren am Sams­tag in der Post und sind ein­fach nur wun­der­schön.

Urban Berlin long Lanyard By Jesper With, detail

Falls Ihr sie genauso beson­ders fin­det wie ich, dann kommt Ihr bestimmt auch irgend­wie mit Jesper ins Geschäft. Ach ja: Eine Face­book-Sei­te hat er auch. Aller­dings kann ich kein Däni­sch.

Punkt. ES 01 – Fünffachsteckdose in schön

Punkt. ES 01 lifestyle
Foto: Punkt. Group

Als Fan von Punkt. habe ich mich hier ja schon frü­her geou­tet. Mit dem Erschei­nen des mitt­ler­wei­le drit­ten Punkt.-Produkts „ES 01” hat sich dar­an nichts geän­dert. Ein Fünf­fach­ste­cker in schön, um es kurz zu machen. Den mit Geor­ges Moa­na­ck die­ses Mal ein deut­li­ch weni­ger bekann­ter Desi­gner als Jas­per Mor­ri­son ent­wor­fen hat. Aber das macht nichts.

Apro­pos Punkt.: Die Schwei­zer haben jetzt auch einen E-shop. Lei­der ist der (die? das??) ES 01 dort noch nicht lie­fer­bar. Laut Aus­kunft vom Punkt.-Support wohl erst wie­der im Früh­jahr. Bedau­er­li­ch. Sehr bedau­er­li­ch.

Apples Design-Probleme

Apple’s soft­ware pro­blems aren’t dark linen, Corin­thi­an lea­ther or torn paper. In fact, Apple’s soft­ware pro­blems aren’t much about aes­t­he­tics at all…they are most­ly about expe­ri­en­ce. To para­phra­se Ive’s for­mer boss, Apple’s soft­ware pro­blems aren’t about how they look, but how they work.
Coun­ter­no­ti­ons

Visual masturbation”

What’s skeuomor­phism? If you’ve ever used an App­le pro­duct, you’ve expe­ri­en­ced digi­tal skeuomor­phic desi­gn: calen­dars with faux lea­ther-stit­ching, books­hel­ves with wood veneers, fake glass and paper and brus­hed chro­me. Skeuomor­phism is a catch-all term for when objects retain orna­men­tal ele­ments of past, deri­va­ti­ve iterations–elements that are no lon­ger necessa­ry to the cur­rent objects’ func­tions.

Mehr bei „Fast Com­pany”.

Ich setze mich mal in die Nesseln

Eins weiß ich jetzt schon: Mit die­sem Blog­post wer­de ich ver­mut­li­ch bei eini­gen von Euch mäch­tig in die sprich­wört­li­chen Nes­seln set­zen. Ich schrei­be ihn trotz­dem. Es geht um App­le, Micro­soft, deren jewei­li­ge Betriebs­sys­te­me (Desk­top und mobil) und deren UI.

App­le und Micro­soft haben im Jahr 2001 ziem­li­ch zeit­gleich neue Desk­top-Betriebs­sys­te­me auf den Markt gebracht – Win­dows XP und Mac OS X 10.0, Code­na­me „Chee­tah”. Die sahen so aus:

Dana­ch folg­ten bei Micro­soft Win­dows Vis­ta und bei App­le aller­lei Punkt­re­lease-Raub­kat­zen. Heu­te, im Juni 2011 haben wir als aktu­el­le Ver­sio­nen Win­dows 7 und Mac OS X 10.6 „Snow Leo­pard”. Die sehen so aus:

Bei Win­dows hat sich von XP bis 7 eine offen­sicht­li­che Men­ge getan. Anders bei Mac OS X. Das sieht – bis auf neue astro­no­mi­sche Stan­dard-Hin­ter­grund­bil­der, die mir noch nie gefal­len haben – in den meis­ten Berei­chen noch immer ver­dammt aus wie vor zehn Jah­ren. Wäh­rend die Mac-Hard­ware unter Jon­ny Ive in punc­to Desi­gn im Lau­fe der ver­gan­ge­nen Deka­de enor­me Fort­schrit­te gemacht hat und aus mei­ner Sicht kaum zu über­tref­fen ist, wirkt die Soft­ware zuneh­mend alt­ba­cke­ner auf mich.

Im kom­men­den Monat legt App­le dann ja aber schon sein nächs­tes Release Mac OS X 10.7 „Lion” nach. Aller­dings sieht auch die­ses opti­sch wie­der kaum anders aus als sei­ne Vor­gän­ger:

App­le über­nimmt zwar bei der Lion-UX aller­lei Para­dig­men aus sei­nem mobi­len Sys­tem iOS, ändert aber am Erschei­nungs­bild von Mac OS X wie­der nur wenig. Apro­pos iOS: Auch beim mobi­len Sys­tem hat sich opti­sch seit dem ers­ten iPho­ne aus dem Jahr 2007 kaum etwas getan. Mir per­sön­li­ch fällt das bei den Bild­schir­men im Bereich Ein­stel­lun­gen beson­ders stark auf. Die fin­de ich beim iPad gera­de noch erträg­li­ch,

beim iPho­ne hin­ge­gen schon nicht mehr. Nadel­strei­fen, über­all abge­run­de­te Ecken, „ein­gra­vier­te” Schrif­ten – bäh.

Auf dem iPho­ne wer­den mir auch die Home­screens immer unsym­pa­thi­scher. Alles viel zu eng, viel zu voll­ge­packt. Schuld ist Win­dows Pho­ne, mit dem ich seit kur­zem pri­mär arbei­te. Des­sen luf­ti­ges, im Ver­gleich zum iPho­ne mini­ma­lis­ti­sches und typo­gra­phie­las­ti­ges „Metro”-Design wirkt so unglaub­li­ch viel moder­ner als das des iOS…

Auch im Ver­gleich zum heu­te vor­ge­stell­ten Nokia N9 mit Mee­go-Betriebs­sys­tem (auch wenn das in Espoo zuguns­ten von WP7 aufs Abstell­gleis der Geschich­te läuft) wirkt iOS nach­ge­ra­de anti­quiert.

App­le hat zwar Hun­dert­tau­sen­de Apps da drau­ßen im App Store, aber die gen­au sind jetzt auch das Pro­blem: Ein so kom­plet­tes Rede­si­gn, wie Micro­soft es von Win­dows Mobi­le zu WP7 unter­nom­men hat (und unter­neh­men mus­s­te), wäre wohl der­zeit schwer­li­ch mach­bar, weil dann die gan­zen Deve­l­oper ans Werk müss­ten, um ihre Apps an die neu­en Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen.

Micro­soft wagt einen ähn­li­ch gewal­ti­gen Schritt trotz­dem aber wohl auch auf dem Desk­top mit Win­dows 8, das dann (irgend­wann 2012 ver­mut­li­ch) auch end­li­ch für Tablets tau­gen soll. Und zumin­dest auf der „Schreib­ti­sch­ebe­ne” eben­falls im Metro-Desi­gn und damit voll­kom­men anders daher­kommt als bis­her.

Spä­tes­tens dann sehen Mac OS X und iOS aber so was von alt aus. Vor­aus­ge­setzt, App­le macht bis dahin nicht doch auch noch alles neu…