Ich hab doch gesagt das #LSR ist beerdigt

Springer-Hochhaus Berlin mit BILD-Werbung
Foto: Axel Sprin­ger SE

Sprin­ger schreibt:

Seit dem 23. Okto­ber 2014 sind die Such­ergeb­nis­an­zei­gen von welt​.de, com​pu​ter​bild​.de, sport​bild​.de und auto​bild​.de bei Goog­le nur noch sehr ein­ge­schränkt dar­ge­stellt. […] Axel Sprin­ger hat die VG Media inzwi­schen beauf­tragt, Goog­le mit Wir­kung zum 5. Novem­ber 2014 auch für die vier genann­ten Titel eine Gra­tis-Lizenz zu ertei­len. Dies erfolgt nicht frei­wil­lig, son­dern weil die Axel Sprin­ger SE wegen der Markt­be­herr­schung Goo­g­les und des dar­aus fol­gen­den wirt­schaft­li­chen Drucks kei­ne ande­re Mög­lich­keit sieht.

Sag ich doch.

Inbox by Gmail ist nur für persönliche Gmail-Konten verfügbar

Inbox wurde für Ihr Unternehmen noch nicht eingerichtet, Screenshot

Ich hät­te es mir den­ken kön­nen. Jetzt habe ich es auch schrift­lich.
„Inbox by Gmail ist nur für per­sön­li­che Gmail-Kon­ten ver­füg­bar“ wei­ter­le­sen

Das Leistungsschutzrecht ist hiermit beerdigt

Die ab dem 23. Okto­ber 2014 von Goog­le umge­setz­te deut­li­che Redu­zie­rung der Text­dar­stel­lung und die Aus­lis­tung von Bil­der-Dar­stel­lun­gen auf allen Goog­le-Such­diens­ten setzt die Pres­se­ver­le­ger einem erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Druck aus. Sie sehen sich dadurch gezwun­gen, gegen ihren Wil­len die VG Media anzu­wei­sen, Goog­le eine „Gra­tis­ein­wil­li­gung“ zu erklä­ren.

Das schreibt die VG Media (PDF) und gesteht damit end­lich öffent­lich ein, dass das Leis­tungs­schutz­recht nicht funk­tio­niert. Nicht, dass das nicht jeder mit einem gesun­den Men­schen­ver­stand von vorn­her­ein gese­hen hät­te*. Dass die schwarz-gel­be Koali­ti­on sich die­sen Quatsch von „Sprin­ger-Außen­mi­nis­ter” Chris­toph Kee­se und ande­ren Kon­sor­ten hat in ihren Koali­ti­ons­ver­trag dik­tie­ren las­sen ist eines der bes­ten respek­ti­ve übels­ten Bei­spie­le von Lob­by­is­mus im nega­ti­ven Sin­ne und von Kli­en­tel­po­li­tik.

Goog­le ist wahr­haf­tig kein Engel und hat in Deutsch­land auch eine bedroh­li­che Markt­macht (durch sei­ne vie­len Nut­zer, die sei­ne Diens­te schät­zen). Aber wie man auf die Idee kom­men kann, von Goog­le Geld zu ver­lan­gen dafür, dass es einem jede Men­ge Besu­cher her­über­schickt auf die Web­sei­te? Das ver­ste­he wer will.

Aus mei­ner Sicht haben sich die Ver­fech­ter und Befür­wor­ter des Leis­tungs­schutz­rechts von Beginn an bis zur abschlie­ßen­den Bank­rott­er­klä­rung der VG Media ein­fach lächer­lich gemacht. Goog­le ist nicht schuld an der Digi­ta­li­sie­rung oder der Tat­sa­che, dass das Netz vie­le alt­her­ge­brach­te Geschäfts­mo­del­le über den Hau­fen wirft (was nicht zuletzt Axel Sprin­ger ja längst erkannt hat) und soll­te auch nicht dafür bestraft wer­den. Ver­la­ge sind gewiss bes­ser bera­ten, bei der Suche nach nach­hal­ti­gem Geschäft im Digi­ta­len die Mög­lich­kei­ten zu nut­zen, die Goog­le und Co ihnen bie­ten.

Ich möch­te mich außer­dem per­sön­lich bei Goog­le dafür bedan­ken, dass es so beson­nen und trick­reich reagiert, dadurch das LSR-Ansin­nen coram publi­co ad absur­dum geführt und die VG-Media-Frak­ti­on mit deren eige­nen Waf­fen geschla­gen hat. Für mich in mei­ner Fil­ter Bub­b­le war das ganz gro­ßes Kino.

Und jetzt lasst uns end­lich wie­der zur Tages­ord­nung zurück­keh­ren und im Web suchen mit Goog­le und Co und wie gehabt ganz vie­len Ergeb­nis­se mit qua­li­täts­jour­na­lis­ti­schen Snip­pets und Thumb­nails.

*Wes­we­gen vie­le ja auch die Initia­ti­ve gegen ein Leis­tungs­schutz­recht unter­stützt haben.

So wird das Leistungsschutzrecht zum Rohrkrepierer

Goog­le schreibt:

Vor dem Hin­ter­grund die­ser Kla­ge wer­den wir Snip­pets und Thumb­nails eini­ger bekann­ter Web­sei­ten wie bild​.de, bun​te​.de oder hoer​zu​.de nicht mehr anzei­gen, also jener Ver­la­ge, die in der VG Media orga­ni­siert sind. Für die­se Sei­ten wer­den wir nur noch den Link zum Arti­kel sowie des­sen Über­schrift anzei­gen.

Dazu passt doch wun­der­bar das klin­go­ni­sche Sprich­wort „Rache ist ein Gericht, das am bes­ten kalt ser­viert wird”, fin­de ich.

Neues zum Leistungsschutzrecht

Bundeskartellamt, Schild, hochauflösend
Foto: Bun­des­kar­tell­amt

Andre­as Mundt, Prä­si­dent des Bun­des­kar­tell­amts:

Erfor­der­lich für die Ein­lei­tung eines Miss­brauchs­ver­fah­rens ist stets ein hin­rei­chen­der Anfangs­ver­dacht. Die Beschwer­de der VG Media konn­te die­sen nicht begrün­den.“

VG Media:

Die VG Media weist die sach­lich unzu­rei­chen­de Dar­stel­lung und Bewer­tung der Ant­wort des Bun­des­kar­tell­amts an die VG Media vom 11. August 2014 durch FAZ​.net zurück.

FAZ​.net:

Ob die Ver­le­ger-Gemein­schaft VG Media in Sachen Leis­tungs­schutz­recht nicht ein ver­bo­te­nes Kar­tell sei, das wer­de das Kar­tell­amt viel­leicht auch noch prü­fen.

Chris­ti­an Jaku­betz:

De fac­to hat das Amt, ob nun gewollt oder nicht, das Leis­tungs­schutz­recht als das ent­tarnt, was es ist: ein Nicht-Gesetz, ein poli­ti­sches Pla­ce­bo, das man irgend­wie noch durch­ge­drückt hat, um die Ver­la­ge eini­ger­ma­ßen ruhig zu hal­ten.

Freut mich alles sehr als Unter­stüt­zer der Initia­ti­ve gegen ein Leis­tungs­schutz­recht, das ich von Anbe­ginn an für Unfug gehal­ten habe.

Chromecast kommt nach Deutschland

Google Chromecast
Foto: Goog­le

Goog­le ver­kauft sei­nen Strea­ming-Stick Chro­me­cast seit heu­te auch in Deutsch­land – für 35 Euro. Ich hab schon bestellt. Natür­lich bei Goog­le, nach­dem ich Ama­zon Prime ja gekün­digt habe. Con­tent ist noch etwas mau, aber immer­hin geht Wat­che­ver schon und Max­do­me kommt.

Ein No-brai­ner.