Ja geht’s noch, LG Hamburg?

Das Land­ge­richt Ham­burg sorgt gera­de mal wie­der mit einem gro­tes­ken Inter­net-Urteil für Schlag­zei­len. Mein gesun­der, nicht­ju­ris­ti­scher Men­schen­ver­stand sagt mir: Näm­li­che Ent­schei­dung ist der­art rea­li­täts­fern, dass sie in die­ser Form nie­mals Bestand haben wird und wir sie des­we­gen auch getrost igno­rie­ren kön­nen.

War­um? Selbst wenn ab sofort jeder irgend­wie kom­mer­zi­el­le Sei­ten­be­trei­ber jeden Hyper­link vor dem Ver­lin­ken auf mög­li­che Urhe­ber­rechts­ver­stö­ße prü­fen wür­de, kann sich ja der Inhalt der Sei­te jeder­zeit ändern, auf die ver­linkt wird. Sprich wo zum Zeit­punkt der Prü­fung noch kein Urhe­ber­rechts­ver­stoß vor­lag, kann es plötz­li­ch einen geben – und vice ver­sa. Solan­ge nicht alle Ände­run­gen an allen Web­sei­ten die­ser Welt via Block­chain o.ä. fäl­schungs­si­cher pro­to­kol­liert wer­den (das Inter­net Archi­ve reicht da jeden­falls nicht), ist eine sol­che Prü­fung mei­nes Erach­tens per se unsin­nig.

Danke, #rp14

#rp14 Wild

Lie­be re:publica, Du warst auch 2014 wie­der lehr­reich und lieb­rei­zend. Ich muss jetzt erst­mal ganz viel nach­sit­zen bei YouTube, weil ich wegen Dei­ner vie­len Büh­nen nur in Dei­nen Aus­schnitt geschaut habe. Nächs­tes Jahr kom­me ich jeden­falls ger­ne wie­der.

Mein rp14-Badge

NSA und so

Ich habe jetzt eine gan­ze Wei­le gewar­tet, bevor ich auch ein paar Zei­len schrei­be zu NSA, PRISM, GCHQ, Tem­pora, Edward Snow­den, BND, MAD und so wei­ter. Zuvor­der­st: Was wir durch Whist­leb­lo­wer Snow­den nach und nach erfah­ren, hat mich jetzt nicht wirk­li­ch über­rascht. So geht es den­ke ich vie­len – und das ist ver­mut­li­ch und lei­der auch der Grund dafür, dass es so wenig laut­star­ken Pro­test gibt.

Screenshot from the NSA Core Values brochure

Was die NSA so treibt, kann jeder­mann in der Wiki­pe­dia nach­le­sen. Zum Bei­spiel:

Die NSA ist für die welt­wei­te Über­wa­chung, Ent­schlüs­se­lung und Aus­wer­tung elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on zustän­dig und in die­ser Funk­ti­on ein Teil der Intel­li­gen­ce Com­mu­ni­ty, in der sämt­li­che Nach­rich­ten­diens­te der USA zusam­men­ge­fasst sind. Die NSA arbei­tet mit Geheim­diens­ten befreun­de­ter Staa­ten zusam­men.

NSA und so“ wei­ter­le­sen

Frank Schirrmacher zu PRISM

Die NSA-Affä­re zeigt, was es ist, was wir künf­tig erle­ben kön­nen: algo­rith­mi­sche Inter­pre­ta­tio­nen unse­rer Exis­tenz, die mit den Mus­kel­pa­ke­ten des staat­li­chen Gewalt­mo­no­pols in der „wirk­li­chen“ Welt durch­ge­setzt wer­den kön­nen. Nicht nur Eric Schmidt pro­gnos­ti­ziert, dass wir unser digi­ta­les Ich sys­te­ma­ti­sch mana­gen müs­sen. In einer Welt, in der das Leben wie ein Akti­en­kurs bewer­tet wer­den kann, wer­den die Men­schen tat­säch­li­ch zu Mana­gern ihres eige­nen Ichs wer­den müs­sen. Nichts, das kei­nen Preis haben wird.
Frank Schirr­ma­cher

Millionen Dollar für den Kampf gegen Internet-Zensur

So so, die USA wol­len also 19 Mil­lio­nen Dol­lar für den Kampf gegen Inter­net-Zen­sur in Län­dern wie Chi­na und Iran aus­ge­ben. Wie so vie­les in den Staa­ten ist das mal wie­der reich­li­ch bigott. Denn das Gol­den Shield Pro­ject a.k.a. „Great Fire­wall” und sons­ti­ge ver­gleich­ba­re Instru­men­te in mehr oder weni­ger tota­li­tä­ren Staa­ten sind samt und son­ders mit Gerät­schaf­ten rea­li­siert, die von den ein­schlä­gi­gen Her­stel­lern aus den USA kom­men, allen vor­an Cis­co Sys­tems als größ­ter Netz­aus­rüs­ter welt­weit. Die wol­len ihre Mil­li­ar­den­ge­schäf­te über­all auf der Welt natür­li­ch gern wei­ter­hin machen und betrei­ben auch ent­spre­chen­de Lob­by­ar­beit. Brecht hat­te Recht: Erst kommt das Fres­sen, dann kommt die Moral.

Es braucht sich also nie­mand ernst­haf­te Hoff­nun­gen zu machen, dass mit den 19 Mil­lio­nen Dol­lar vom Sta­te Depart­ment jetzt die Inter­net-Zen­sur besei­tigt wird. Lei­der.

Der Prince und das Netz

Es war ein­mal ein klei­ner Prin­ce. Eines Tages gab er dem bri­ti­schen „Mir­ror” ein exklu­si­ves Inter­view. Und sprach:

The internet’s com­ple­te­ly over. I don’t see why I should give my new music to iTu­nes or anyo­ne else. They won’t pay me an advan­ce for it and then they get angry when they can’t get it.

The internet’s like MTV. At one time MTV was hip and sud­den­ly it beca­me out­da­ted. Any­way, all the­se com­pu­ters and digi­tal gad­gets are no good. They just fill your head with num­bers and that can’t be good for you.”

Viel­leicht hat er das ja ein biss­chen zu wört­li­ch genom­men mit dem „Let’s Go Cra­zy!”…