EntertainTV und Fritz!Box 7490: Labor-Version bitte

Wer das neue Tele­kom-Inter­net-Fern­se­hen Enter­tainTV so wie mei­ner­ei­ner über eine Fritz!Box 7490 emp­fängt, der soll­te einst­wei­len auf die aktu­el­le Labor-Ver­si­on des Fritz!OS wech­seln. Die­se berück­sich­tigt laut AVM bereits mit der Umstel­lung auf die neue IPTV-Platt­form von Hua­wei ver­bun­de­ne, nicht näher spe­zi­fi­zier­te Ände­run­gen. Aus der Benam­sung der Beta-Ver­si­on lässt sich schlie­ßen, dass das fina­le Fritz!OS mit offi­zi­el­ler Unter­stüt­zung für Enter­tainTV die Ver­si­ons­num­mer 6.55 tra­gen wird.

EntertainTV: Ein erster Eindruck

Ich habe in der Nacht auf Sonn­tag auf das neue Tele­kom-Inter­net-Fern­se­hen Enter­tainTV umge­stellt. Der Media Recei­ver 400 – sofort bestellt am 2. Mai – war wäh­rend mei­nes Urlaubs hier ein­ge­tru­delt und in Null­kom­ma­nix ange­schlos­sen. Bevor aller­dings die ers­ten Bewegt­bil­der aus dem Gerät über mei­nen Fern­se­her flim­mer­ten, muss­te der MR 400 ver­schie­de­ne Soft­ware her­un­ter­la­den und eini­ge Male neu starten.

Die Tele­kom steigt mit Enter­tainTV auf eine neue tech­ni­sche Platt­form um, die der chi­ne­si­sche Inge­nieur­kon­zern Hua­wei als Tech­nik­part­ner zulie­fert. Das „alte” Enter­tain setz­te auf IPTV-Unter­bau von Medi­a­room (frü­her Micro­soft, mitt­ler­wei­le Erics­son) auf. Es wird noch eine Wei­le wei­ter­be­trie­ben und irgend­wann ein­ge­stellt wer­den. Es soll­te aber jedem klar sein, dass die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung sei­tens der Tele­kom nur noch auf Enter­tainTV pas­sie­ren wird. Genau des­we­gen habe ich umge­hend auf die neue Platt­form gewech­selt – auch wenn dabei alle Auf­nah­men aus der Medi­a­room-Zeit ver­lo­ren­ge­gan­gen sind und es kein Zurück gibt.

Telekom Media Receiver 400 (EntertainTV)

Enter­tainTV macht auf mich schon jetzt einen viel run­de­ren Ein­druck als das in die Jah­re gekom­me­ne Medi­a­room-Zeug. Der MR 400 arbei­tet mit einer Sys­tem­soft­ware auf Basis von Linux und einem deut­lich leis­tungs­fä­hi­ge­ren Pro­zes­sor als mein alter Media Recei­ver 303. Der neue Media Recei­ver ist zudem deut­lich kom­pak­ter als sein Vor­gän­ger, was zum Teil aller­dings dem nun exter­nen Netz­teil geschul­det ist. Sein Dis­play lässt sich von vorn und von oben able­sen und ver­schie­den hell einstellen.

Ein detail­lier­tes Urteil zu Enter­tainTV kann ich nach nur zwei Tagen, die ich auch alles ande­re als durch­ge­hend vor dem Fern­se­her ver­bracht habe, natür­lich noch nicht abge­ben. Auf­ge­fal­len ist mir aber schon mal

posi­tiv

  • deut­lich geschmei­di­ge­re und respon­si­ve­re Benutzeroberfläche
  • das Umschal­ten zwi­schen den Sen­dern geht viel schnel­ler als bisher
  • kei­ne dop­pelt gemop­pel­ten Sen­der mehr für SD und HD
  • end­lich 1080p
  • inhal­te­über­grei­fen­de Suche

nega­tiv

  • bei zwei der drei Zustän­de, die der MR 400 zum „Aus­schal­ten” anbie­tet, dau­ert das Auf­wa­chen viel zu lange
  • die Fern­be­die­nung hat kei­nen Knopf mehr für den Zugriff auf die fünf zuletzt gewähl­ten Sender
  • zwar Apps, aber kein App-Store
  • noch kein Netflix
  • noch zu weni­ge Media­the­ken (ARTE ver­mis­se ich besonders)
  • Over­lay beim Sen­der­wech­sel bleibt für mei­nen Geschmack zu lan­ge sichtbar
  • USB wei­ter­hin „Ein­bahn­stra­ße”, sprich Auf­nah­men las­sen sich nicht exportieren

Mehr, wenn ich mehr sagen kann. Vie­le Ant­wor­ten auf Enter­tainTV-Fra­gen gibt im Übri­gen die­se FAQ-Samm­lung.

15 Sekunden Fortschritt

Loewe Optaport-Fernseher (1963)
Foto: Loewe

Als ich ein Kind war, konn­te ich nach dem Gong der „Tages­schau” um Punkt 20 Uhr noch mei­ne Uhr stel­len. Heu­te geht das nicht mehr: Mein Fern­se­hen kommt über das Inter­net zu mir ins Wohn­zim­mer. Für den Trans­port der Daten­pa­ke­te und das Errech­nen des Pixel­bilds im Enter­tain-Recei­ver von der Tele­kom geht so viel Zeit drauf respek­ti­ve ver­lo­ren, dass sich der Gong gegen­über der Atom­uhr bei der PTB in Braun­schweig um 14,5 Sekun­den ver­schiebt (so gemes­sen ges­tern Abend mit ARD HD, viel­leicht ist die Abwei­chung bei SD etwas gerin­ger). Auch das digi­ta­le Anten­nen­fern­se­hen DVB-T laggt, aller­dings weni­ger schlimm.

Jeden­falls macht es nicht wirk­lich Spaß, sich ein Spiel bei der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft über IPTV anzu­schau­en und jedes Mal den Tor­ju­bel schon gut zehn Sekun­den frü­her aus irgend­ei­ner Knei­pe unten auf der Stra­ße zu hören, die am womög­lich gar noch ana­lo­gen Kabel hängt (das es bei uns im Haus nicht gibt). Und das wird uns dann als Fort­schritt* ver­kauft – genau­so wie die gesun­ke­ne Sprach­qua­li­tät beim Tele­fo­nie­ren mit­tels VoIP.

*Natür­lich war nicht alles bes­ser frü­her – es hat schon auch was für sich, wenn man am Smart­pho­ne über­all auf der Welt ein­tip­pen kann, wel­che Fern­seh­sen­dung der Media Recei­ver bit­te­schön auf­neh­men soll…

Neues bei Entertain to go

Entertain to go auf iPad
Foto: Tele­kom

Bei Enter­tain to go (Zubuch­op­ti­on für das Enter­tain-IPTV der Deut­schen Tele­kom) funk­tio­niert Fern­se­hen jetzt auch via Mobil­funk. Sieht auf den ers­ten Blick inter­es­sant aus. Aber:

  • Das geht nur mit einer Telekom-SIM.
  • Das Fern­seh-Strea­ming wird voll auf das Inklu­siv­vo­lu­men angerechnet.
  • Es gibt kei­ne Enter­tain-to-go-App für Win­dows Phone.
  • Die Sen­der­aus­wahl ist begrenzt.
  • Enter­tain Pur oder Enter­tain via Satel­lit blei­ben außen vor.

Zu vie­le Abers, als dass ich dafür jeden Monat knapp 5 Euro zah­len würde.

Fritz!Box 7390 streamt jetzt IPTV im Heimnetz

fritz-mosaik

Aus dem Read­me zur neu­es­ten Labor-Firm­ware:

Heim­netz: NEU: IPTV auf Smart­pho­nes, Tablets und Note­books im Heim­netz­werk anse­hen (erfor­dert IPTV-Ange­bot des Internetanbieters)

Was die Moa­bi­ter seit der Markt­ein­füh­rung der Fritz!Box 7390 alles an zusätz­li­chen Funk­tio­nen aus dem Gerät her­aus­ge­holt haben, ist schon fas­zi­nie­rend. Und sie läuft und läuft und läuft (und hat auch kei­ne Pro­ble­me mit dem von der „c’t” ent­tarn­ten DD-WRT-Bot­netz).

Entertain: Programm Manager und MR 303

Ich schaue jetzt seit gut einem Jahr Fern­se­hen übers Inter­net mit „Enter­tain”, dem IPTV-Ange­bot der Tele­kom. Eines der zwei­fel­los char­man­tes­ten Fea­tures dabei ist die für iOS und Andro­id ver­füg­ba­re App „Pro­gramm Mana­ger”. Damit kann ich von über­all aus direkt aus der elek­tro­ni­schen Pro­gramm­zeit­schrift (EPG) her­aus Auf­nah­men pro­gram­mie­ren. Enter­tain-Nut­zern erzäh­le ich damit natür­lich nichts Neu­es. Aber Leu­te, die Fern­se­hen „kon­ven­tio­nell” über Anten­ne, Kabel oder Satel­lit schau­en, kann man damit doch immer noch ganz schön verblüffen.

Erheb­lich weni­ger begeis­tert bin ich aller­dings bis dato vom neu­en Enter­tain-End­ge­rät „Media Recei­ver 303”. Der ist zwar frag­los schö­ner als das Vor­gän­ger­mo­dell 300 und hat mit 500 Giga­byte auch eine deut­lich grö­ße­re Fest­plat­te für Auf­nah­men. Lei­der bekom­me ich aber ins­be­son­de­re zur Prime Time sowohl beim Live-TV als auch bei Auf­nah­men mit dem MR 303 immer wie­der drei- bis vier Sekun­den lan­ge Bild­aus­set­zer (der Ton läuft dabei weiter).

Die­ses Pro­blem hat­te ich bei mei­nem frü­he­ren Recei­ver nie. Ich neh­me daher an, dass es irgend­wo im Design des MR 303 begrün­det ist (viel­leicht läuft da irgend­ein Bild-Puf­fer­spei­cher voll?) und hof­fent­lich bald mit einem Soft­ware-Update beho­ben wird. Ich bin jeden­falls nicht der Ein­zi­ge, der dar­un­ter leidet.

Könn­te natür­lich auch sein, dass die Tele­kom nach ihren Mar­ke­ting-Offen­si­ven für Enter­tain jetzt all­mäh­lich an die Ska­lie­rungs­gren­zen von Micro­soft Medi­a­room stößt, auf dem die IPTV-Lösung tech­nisch basiert. Das wäre dann aller­dings ein erns­tes Problem.

Mein verschlungener Weg zu VDSL und Entertain

Ich woh­ne in einem Alt­bau ohne Kabel und mit Ensem­ble­schutz (d.h. kei­ne Satel­li­ten­schüs­sel). Weil mich das Pro­gramm­an­ge­bot und die Qua­li­tät von DVB-T zuneh­mend ärgern, habe ich mich Ende 2009 ent­schie­den, bei der Tele­kom VDSL und IPTV zu bestellen.
„Mein ver­schlun­ge­ner Weg zu VDSL und Enter­tain“ wei­ter­le­sen