Finger weg vom Telekom-Router Speedport W 724V

Speedport W 724V, Rückseite
Foto: Deut­sche Tele­kom

Ich habe in die­ser Woche die Göt­ter von Moa­b­it erzürnt. Hat­te ich doch mei­ne Fritz!Box 7490 vom Netz genom­men, ich Dum­mer­chen, und statt­des­sen einen WLAN-Rou­ter von der Tele­kom ange­schlos­sen, genau­er gesagt den Speed­port W 724V, Typ C. Das hat­te ich aus zwei Grün­den getan: Der W 724V unter­stützt als bis­lang ein­zi­ges Gerät die „WLAN-To-Go”-Kooperation mit Fon, außer­dem hat­te es mir das Schnur­los­te­le­fon „Speed­pho­ne 10” vom Desi­gn und Preis her ange­tan.

Jetzt, da ich dies in mein Blog tip­pe, hängt schon wie­der die Fritz!Box am DSL. Der Speed­port ist an sich ein schö­nes Gerät, jedoch ist sei­ne Reich­wei­te und Per­for­man­ce im WLAN eine abso­lu­te Kata­stro­phe. Schon in weni­gen Metern Ent­fer­nung vom Gerät ver­schwin­den Bal­ken in mei­nen Feld­stär­ke­an­zei­gen; alles was ich im Web mache, dau­ert mit dem W 724V gefühlt zwei- bis drei Mal so lan­ge wie an der Fritz!Box. Es gibt dazu auch einen schö­nen, der­zeit 19-sei­ti­gen Thre­ad in der Sup­port-Com­mu­ni­ty der Tele­kom, aber der­glei­chen liest man ja oft erst, wenn das Kind schon im sprich­wört­li­chen Brun­nen liegt. Immer­hin reich­te die blo­ße Erwäh­nung die­ser Dis­kus­si­on vor­hin an der 08003301000 dafür, dass der Agent aus dem dia­lek­ti­schen Osten mir ohne wei­te­re Aus­füh­run­gen sofort eine Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund zubil­lig­te und die Zusen­dung eines Retou­ren­scheins für den W 724V bereits ver­an­lasst hat.

Community-Posting von Stefan K, Telekom_hilft

Der Ham­mer ist aber wirk­li­ch, dass die Tele­kom den Speed­port W 724V wei­ter­hin mas­sen­haft an ihre Kun­den ver­mie­tet und ver­kauft, obwohl sie längst weiß, dass das Gerät in punc­to WLAN-Per­for­man­ce abso­lu­ter Schrott ist. Für Kun­den mit IP-Anschluss ist das Gerät gera­de sei­tens der Tele­kom sogar die ein­zi­ge Wahl – beson­ders pikant ange­sichts der aktu­el­len Zwangs­um­stel­lun­gen –, weil der W 921V seit Spät­som­mer 2014 nicht mehr ver­trie­ben wird. Ein 900er-Nach­fol­ger ist der­zeit nicht in Sicht; die Zulie­fe­rer (zu denen der Fritz!Box-Bauer AVM ja lei­der momen­tan nicht mehr gehört) haben ihre Ent­wick­lungs­ka­pa­zi­tä­ten zuletzt wohl aus­schließ­li­ch auf den kom­men­den Hybrid-Rou­ter kon­zen­triert, der Band­brei­ten aus Fest­netz und Mobil­funk bün­delt.

Noch ein paar Worte zum oben bereits erwähn­ten Speed­pho­ne 10: Das Gerät kann ich lei­der nicht ein­fach so auch an der Fritz!Box betrei­ben. Schuld ist der unter­schied­li­che Umgang von Tele­kom und AVM mit der DECT-Wei­ter­ent­wick­lung CAT-iq. Die Tele­kom setzt bei ihren Gerä­ten aktu­ell auf die CAT-iq-Spe­zi­fi­ka­ti­on 2.x (um sich mög­lichst unab­hän­gig von Tele­fon­her­stel­lern zu machen ver­mut­li­ch). AVM hin­ge­gen nutzt für Fritz!Box und Fritz!Fon Tech­nik aus CAT-iq 1.0 ver­mischt mit eige­nen, pro­prie­tä­ren Erwei­te­run­gen und will sei­ne Gerä­te nicht zer­ti­fi­zie­ren las­sen.

Also steht jetzt neben der 7490 „not­ge­drun­gen” wie­der ein Fritz!Fon C4. Das ich häss­li­ch fin­de, weil es bil­lig wirkt und eine Benut­zer­ober­flä­che hat, die genauso alt­ba­cken scheuß­li­ch daher­kommt wie das Web-Inter­face der Fritz!Box selbst. Die Her­stel­ler zwin­gen uns Kun­den läs­ti­ger­wei­se durch die nor­ma­ti­ve Kraft des Fak­ti­schen zu einer Gerä­te-Mono­kul­tur inner­halb ihrer Mar­ken­welt. Das nervt gewal­tig.