Abgemahnt von KSP im Auftrag der dapd

Herr­schafts­zei­ten, ich kriege noch die Krise. Ich fand heute Abend in mei­nem Brief­kas­ten ein Schrei­ben der ein­schlä­gig bekann­ten Ham­bur­ger KSP Kanz­lei Dr. See­gers, Dr. Fran­ken­heim Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mbH. Darin wird mir vor­ge­wor­fen, dass ich auf mei­ner Web­site mit der Domain www.teezeh.de (also die­ser hier) das Urhe­ber­recht der dapd nach­rich­ten­agen­tur GmbH ver­letze. Diese habe KSP ord­nungs­ge­mäß bevoll­mäch­tigt, wird mir anwalt­lich ver­si­chert.

Die Man­dan­tin – also die dapd – habe „das aus­schließ­li­che Nut­zungs­recht i.S.d. Urhe­ber­rechts­ge­set­zes“ an Fotos/Lichtbildern unter den als Anlage auf­ge­führ­ten URLs, schreibt mir KSP-Anwalt Dr. Peter C. Rich­ter.

Als URL fin­det sich im Anhang dann ein­zig
http://www.teezeh.de/wp-content/uploads/2011/01/palin-targets.jpg

Ich habe die dort lie­gende Gra­fik – es han­delt sich defi­ni­tiv um kein Foto oder Licht­bild – in der Tat in mei­nem Blog­post „Poli­ti­sches Vitriol“ vom 9. Januar 2011 ver­wen­det (laut mei­nen Server-Logs wurde sie übri­gens in letz­ter Zeit nicht abge­ru­fen, keine Ahnung wie und wann KSP den URL ermit­telt hat).

Aller­dings bin ich mir ganz sicher, dass die dapd daran nicht das aus­schließ­li­che Nut­zungs­recht i.S.d. Urhe­ber­rechts­ge­set­zes hat. Die Gra­fik steht näm­lich auch heute noch für jeder­mann öffent­lich auf der Facebook-Seite von Sarah Palin.

Der URL dazu lau­tet
http://www.facebook.com/notes/sarah-palin/dont-get-demoralized-get-organized-take-back-the-20/373854973434

und der direkte Link für die Gra­fik
http://a2.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc3/24972_382925783587_24718773587_3655178_2736968_n.jpg

Ich habe heute Abend – aller­dings nicht wegen schlech­ten Gewis­sens – mei­nen erwähn­ten Blog­post so geän­dert, dass die Gra­fik nicht mehr von mei­nem Ser­ver, son­dern direkt von der Palin­schen Facebook-Seite gela­den wird und zudem auch dort­hin ver­linkt. Die (iden­ti­sche) Datei liegt unter dem von KSP genann­ten URL aber vor­erst wei­ter auf mei­nem Ser­ver, schließ­lich will ich hier keine „Beweis­mit­tel ver­nich­ten“.

Die von KSP gefor­der­ten 445 Euro für den der dapd angeb­lich ent­stan­de­nen Scha­den zuzüg­lich Doku­men­ta­ti­ons­kos­ten und Rechts­an­walts­ver­gü­tung werde ich ange­sichts der aus mei­ner Sicht ein­deu­ti­gen Sach­lage nicht wie bis spä­tes­tens zum 12.07.2011 erwar­tet über­wei­sen und die Ange­le­gen­heit nöti­gen­falls mei­nem eige­nen Anwalt über­ge­ben.

Ich finde es boden­los, dass man sich als „klei­ner Blog­ger“ mit sol­chen Schi­ka­nen her­um­schla­gen muss. Bis­lang ist KSP pri­mär wegen angeb­li­cher Urhe­ber­rechts­ver­stöße bei Tex­ten von dapd und AFP aktiv gewor­den; Bil­der schei­nen eine neue Masche zu sein. Ich bin gespannt, wie sich die Sache wei­ter ent­wi­ckelt.

[red_box] Die Sache ist vom Tisch. Ich habe von der dapd eine klä­rende Email erhal­ten (die Scha­den­er­satz­for­de­rung wird zurück­ge­zo­gen), deren voll­stän­di­ger Ver­öf­fent­li­chung ins­be­son­dere an die­ser Stelle die Agen­tur aller­dings aus eige­nem Recht wider­spricht. [/red_box]

Autor: Thomas Cloer

Thomas Cloer ist Corporate Communications Manager in München. Hier schreibt er privat über allerlei, was ihn so interessiert.

86 Gedanken zu „Abgemahnt von KSP im Auftrag der dapd“

  1. Das find ich auch ein nicht gerade einen fei­nen Schach­zug der KSP und dapd. Es sind auf dem Bild keine copy­rights ver­merkt. Inso­fern könnte man nicht mal wegen einer – falls es sowas gibt – „ordent­li­chen“ Lizenz nach­fra­gen. Hast Du mal mit der eigent­li­chen Quelle Kon­takt auf­ge­nom­men?
    Warum sollte Sarah­PAC die Info­gra­fik exclu­siv an die dapd lizen­sie­ren? Wäre doch völ­lig blöd­sin­nig, wenn man eine virale Kam­pa­gne star­ten will? Ist blöd, wenn keine Lizen­zen sau­ber ange­ge­ben sind…
    Aber ich würde mich da wohl auch weh­ren!

    1. Eine öffent­lich bei Face­book ein­ge­stellte Gra­fik kann IMHO gar nicht exklu­siv an jeman­den lizen­ziert sein. Das würde schon den Facebook-TOS wider­spre­chen, wenn ich das rich­tig sehe. 

  2. Na ja, wie sich die Sach wei­ter­ent­wi­ckelt ist eigent­lich klar.
    Die Infos kom­men von da: http://www.photopatrol.de/
    Wesent­li­cher Kunde ist dapd. Jeden­falls ist dapd der Kunde, der auf der Start­seite ange­ge­ben wird.
    Ser­vice­part­ner ist besagte Rechts­an­walts­kanz­lei.
    (Mit-)Eigentümer von Pho­topa­trol ist Herr Vor­der­wülbe­cke.
    Der auch (mit-)Eugentümer von dapd ist.
    Somit hat dapd hier ein auto­ma­ti­sier­tes Sys­tem ein­ge­rich­tet, mit dem sie die ver­meint­li­chen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen ver­folgt.
    Nach mei­nem Infor­ma­tio­nen scheint es aber so zu sein, dass bei die­sen auto­mat­sier­ten Ver­fah­ren bezgl. Abmah­nun­gen für Urhe­ber­rechts­ver­elt­zun­gen ein paar Euro ver­langt wer­den kön­nen. Denn Sinn und Zweck der Abmah­nung ist das die Rechts­ver­let­zung abge­stellt wird. Und dies ist zumin­dest gegen­über den „Kleinen“/Privaten recht ein­fach zu errei­chen.
    Ich meine auch, dass es sich dabei inzwi­schen um eine all­ge­meine Rechts­auf­fas­sung han­delt.
    Dar­aus ergäbe sich: Hier betreibt einer der Gesell­schaf­ter der dapd ziel­ge­rich­tet, auto­ma­ti­siert und vor­sätz­lich Abzo­cke.
    Aber was soll man von Finanz­in­ves­to­ren ande­res erwar­ten? Es geht um nichts ande­res als die Ren­dite.
    Grüße
    ooh­pss
    PS.: Hin­weis: Diese Dar­stel­lung ist in jeder ein­zel­nen Aus­sage als auch ins­ge­samt meine per­sön­li­che Mei­nung. Diese basiert mög­li­cher­weise auf Mut­ma­ßun­gen und mög­li­cher­weise auch auf fal­schen Schluss­fol­ge­run­gen. Mei­nun­gen sind nach aktu­el­ler Rechts­auf­fas­sung einer Über­prü­fung nicht zugäng­lich.

  3. Schräge Num­mer und schon an sich ein Zei­chen dafür, dass die Sit­ten ver­kom­men. Wird wahr­schein­lich über ein Pixel oder eine Prüf­summe erle­digt… warum da aber nicht mal ein Abruf zu sehen ist, ver­stehe ich nicht.
    Die Sache ist aber so offen­sicht­lich, dass da jeder ver­nünf­tige Rich­ter zu Dei­nen Guns­ten urtei­len wird. Ggf. kann man da press­tech­nisch etwas nach­hel­fen, dass es gar nicht zu einem Pro­zess kommt.
    Deckt sowas eigent­lich irgend­eine Ver­si­che­rung ab? Also Dei­nen Anwalt, wenn es gar nicht erst zu einem Urteils­spruch kommt? 

  4. Meine Emp­feh­lung: Suche mal nach Vor­ge­hens­wei­sen bei Abmah­nun­gen wegen uner­laub­ter Bild­nut­zung, z.B. bezo­gen auf die bekann­ten Abmah­ner „Mari­ons Koch­buch“. Ich hatte da mal eine Abmah­nung (aus eige­ner Blöd­heit), habe aber die For­de­rung von ~800 Euro auf 125 gesenkt:

    100 Euro Abmahn­ge­bühr (geht an Anwalt)
    20 Euro Bild­li­zenz
    5 Euro uner­laubte Nutzung/Quelle nicht ange­ge­ben

    Da der Anwalt so seine 100 Euro erhält wird er wohl kaum auf den aus­ste­hen­den Betrag bestehen, weil sich auch seine Gebüh­ren anhand des Wer­tes ori­en­tie­ren.

  5. Nur weil eine Gra­fik auf Face­book steht, bist du der Mei­nung du dürf­test sie ein­fach ver­wen­den? Rein recht­lich gese­hen ist die Abmah­nung voll­kom­men nach­voll­zieh­bar.

    1. Das ist IMHO öffent­li­che Wahl­kampf­wer­bung. Ich halte die Abmah­nung defi­ni­tiv nicht für „voll­kom­men nach­voll­zieh­bar“, sonst hätte ich gezahlt und das hier nicht alles auf­ge­schrie­ben – erzähl Du mir doch bitte mal, wieso irgend­eine deut­sche Nach­rich­ten­agen­tur das aus­schließ­li­che Nut­zungs­recht an die­ser Gra­fik rekla­mie­ren kön­nen sollte. 

  6. Wenn ich es recht sehe ist das nicht mal eine von dapd pro­du­zierte geschweige denn dis­tri­bu­ierte Info­gra­fik. In dem Falle müss­ten Die m.E. auch nach­weis­pflich­tig sein, dass Sie über­haupt die Rechte besit­zen. Und das wäre vor gericht nach­zu­wei­sen. Ange­sichts der Son­der­lich­keit des Fal­les und sei­ner Rah­men­be­din­gun­gen könnte ich mir vor­stel­len, dass dapd es nicht auf eine sol­che Prü­fung ankom­men lässt. Der Image­scha­den dürfte ziem­lich teuer wer­den …

  7. Und was stand denn sinn­ge­mäß in der Email? Schließ­lich bist Du mit denen durch das ein­sei­tige Zusen­den der E-Mail kei­nen Ver­trag ein­ge­gan­gen, der Dir die inhalt­li­che Wie­der­gabe ver­bie­tet.

    1. Die Kurz­fas­sung wäre wohl, dass ich fälsch­li­cher­weise Opfer eines weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­rens gewor­den bin. Und dabei belasse ich es mal an die­ser Stelle. 

      1. Und wegen die­ses „weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­rens“ ist es Abzo­cke.
        Das Agen­tu­ren gege­ben­falls ihre tat­säch­li­chen Rechte ver­tei­di­gen ist okay.
        Dass sich aber Abmahn­an­wälte mit­tels eines auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­rens dumm und dämm­lich ver­die­nen ist unter aller Kanone. Eigent­lich wäre das ein Fall für die Rechts­an­walts­kam­mer.
        Soweit ich die aktu­elle Recht­spre­chung nach­voll­zie­hen kann, dürf­den für sol­che Sachen von Rechts­an­wäl­ten höchs­tens 100 Euro berech­net wegen. Gerade wegen dem auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren.
        Und desh­lab ist es wich­tig, dass die­ses Argu­ment für den Feh­ler der Abmah­nung publik gemacht wird.
        Dem nächs­ten, der von KSP mit die­ser mas­si­ven Hono­rar­for­de­rung abge­mahnt wird, soll­test Du Deine Untersch­tü­zung abie­ten, indem Du ihm anbie­test Dein Schrie­ben zur Ver­fü­gung zu stel­len.
        Damit könnte das Abzocker-Geschäftsmodel die­ses Anwalts und sei­ner Agen­tur ganz schnell das Was­ser abge­gra­ben wer­den.

        Grüße
        ooh­pss

    1. Ich nehme doch an, dass dapd oder der Dienst­leis­ter für den Scha­den auf­kom­men wird, der dir durch deren auto­ma­ti­sier­ten und offen­sicht­lich feh­ler­haf­ten Mahn­pro­zess ent­stan­den ist. Du hat­test ja sicher­lich infolge des Schrei­bens jede Menge Auf­wand zur Siche­rung dei­ner Rechts­po­si­tion (Beauf­tra­gung eines eige­nen Anwalts, Ent­gan­gene Arbeits­zeit, Sich­ten und Sichern von Ser­ver­logs, etc.). Wenn die nicht die nötige Sorg­falt wal­ten las­sen, son­dern lie­ber mal mit Schrot in die Land­schaft bal­lern, dann müs­sen sie auch die Fol­gen tra­gen. Und was den Brief angeht, so liest sich das sehr son­der­bar, wenn dapd glaubt, Dir vor­schrei­ben zu kön­nen, was Du mit dem Papier anstellst – sie könn­ten genauso wenig ver­lan­gen, dass es in einem even­tu­el­len Ver­fah­ren nicht als Beweis­mit­tel ver­wen­det wird. Wenn Ihr Euch auf einen Deal geei­nigt habt, ist es etwas Ande­res …

      In jedem Dalle hat sich mal wie­der der Spruch bewahr­hei­tet: Wer sich nicht wehrt, lebt ver­kehrt!

      1. Nö, kein „Deal“. Ich hatte aber bis­her auch noch kei­nen Anwalt beauf­tragt, son­dern nur ent­gan­gene Frei­zeit und Sich­ten von Server-Logs zu bekla­gen. Dafür war mir ganz per­sön­lich http://search.twitter.com/search?q=%23dapd heute Genug­tu­ung genug. 

        Was die von Dir ange­spro­chene Schrot­bal­le­rei angeht, hoffe ich mal, dass ins­be­son­dere KSP ein paar Kon­se­quen­zen zieht. Und dass das deut­sche Urhe­ber­recht in abseh­ba­rer Zeit so geän­dert wird, dass die­ser elen­den Abmahn­in­dus­trie die Grund­lage ent­zo­gen wird. 

        1. Hallo,
          da habe ich es doch noch gefun­den und eigent­lich bräuchte nichts geän­dert wer­den:
          „Die Neu­re­ge­lung der Abmah­nung im Urher­rechts­ge­setz lau­tet seit dem 1.9.2008 wie folgt: 

          § 97a Abmah­nung

          (1) Der Ver­letzte soll den Ver­let­zer vor Ein­lei­tung eines gericht­li­chen Ver­fah­rens auf Unter­las­sung abmah­nen und ihm Gele­gen­heit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer ange­mes­se­nen Ver­trags­strafe bewehr­ten Unter­las­sungs­ver­pflich­tung bei­zu­le­gen. Soweit die Abmah­nung berech­tigt ist, kann der Ersatz der erfor­der­li­chen Auf­wen­dun­gen ver­langt wer­den.

          (2) Der Ersatz der erfor­der­li­chen Auf­wen­dun­gen für die Inan­spruch­nahme anwalt­li­cher Dienst­leis­tun­gen für die erst­ma­lige Abmah­nung beschränkt sich in ein­fach gela­ger­ten Fäl­len mit einer nur uner­heb­li­chen Rechts­ver­let­zung außer­halb des geschäft­li­chen Ver­kehrs auf 100 Euro.“ 

          Also: Das Ver­fah­ren gegen Dich war auto­ma­ti­siert. Ein­fa­cher gehts nicht.
          Der Anwalt wusste das auch, den er ist Part­ner der Auto­ma­ti­sie­rungs­firma.
          Er hätte also ohne­hin höchs­tens 100 Euro berech­nen dür­fen.
          Ein Anwalt im Abmahn­be­reich kennt auch diese Rege­lung.
          Den­noch hat er Dir ein paar hun­dert Pro­zent mehr berech­net.
          Da Du nun einen Beweis von dapd bezüg­lich der Aut,matisierung in Hän­den hast, hast Du alles was Du brauchts um gegen die­sen Anwalt/diese Kanz­leit aktiv zu wer­den, wenn Du willst.
          DAS IST UND BLEIBT ABZOCKE (und ich halte das was diese drei Part­ner machen wei­ter­hin für rechts­miß­bräuch­lki­che Abzo­cke).

          Man mach die mal deut­lich:
          1. Ein dapd Gesell­schaf­ter betei­ligt sich an einem Unter­neh­men zur auto­ma­ti­schen Bil­der­su­che im Inter­net.
          2. Ein Rechts­an­walt als Part­ner wird Drit­ter im Bunde.
          3. dapd ver­teilt jeden Tag Unmas­sen an Bil­dern und seine Part­ner küm­mern sich darum dass die Abmahn­ma­schine­rei läuft und jeder abge­zockt wird. Ganz egal ob dapd Rechts­in­ha­ber ist oder nicht. Die Abmahn­ma­schien läuft schon los, wenn das BIld nur über dapd ver­teilt wird. Dass dapd dabeo Pres­se­bil­der bedient, die auch andere Agen­tu­ren ver­tei­len, ist denen egal. Haupt­sa­che die Abmah­nung ist raus. Wenn nur jeder 10. zahlt ist das das Geschäft des Jahr­hun­derts. Und genau das gefällt Finanz­in­ves­to­ren …
          Gei­les Geschäfts­kon­zept.

  8. Ist ja toll, dass die Sache vom Tisch ist. Trotz­dem, wie die auf dich gekom­men sind, wenn deine Logs kei­nen Besucht von irgend­et­was auf­ge­zeich­net haben, würde mich inter­es­sie­ren ;)

    1. Ganz ein­fach, per z.B. Google Bil­der­su­che. Da hat Otto Nor­mal­ab­mahn­bot alles was er braucht – Link zur Seite und ein Thumb­nail das er mit sei­ner Daten­bank abglei­chen kann. 

  9. Ich zitiere mal mich selbst:
    „Die Infos kom­men von da: http://www.photopatrol.de/
    Wesent­li­cher Kunde ist dapd. Jeden­falls ist dapd der Kunde, der auf der Start­seite ange­ge­ben wird.
    Ser­vice­part­ner ist besagte Rechts­an­walts­kanz­lei.
    (Mit-)Eigentümer von Pho­topa­trol ist Herr Vor­der­wülbe­cke.
    Der auch (mit-)Eigentümer von dapd ist.
    Somit hat dapd hier ein auto­ma­ti­sier­tes Sys­tem ein­ge­rich­tet, mit dem sie die ver­meint­li­chen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen ver­folgt. “

    1. kannst Du veri­fi­zie­ren, dass Mar­tin Vor­der­wülbe­cke auch an Pho­topa­trol betei­ligt ist? Ist finde dazu keine Quel­len…

      1. Das müsste ooh­pss beant­wor­ten – ich finde dazu eben­falls nichts. Die Web­seite von Pho­topa­trol bie­tet ohne­hin kaum harte Fak­ten außer dem Namen des geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ters Sven Fried­richs. Ins­be­son­dere keine Details über die ver­ban­del­ten „Ser­vice­part­ner“, zu denen die KSP gehö­ren dürfte. Über das „Abrech­nungs­sys­tem Fair Pay“ fin­det man in Such­ma­schi­nen auch herz­lich wenig. 

        Einer Mel­dung im Pres­se­be­reich kann man zumin­dest ent­neh­men, dass die Web­platt­form für Pho­topa­trol von der Firma Akra kom­plett im Auf­trag ent­wi­ckelt wurde. Ansons­ten haben prak­tisch alle ange­ge­be­ne­nen Quel­len eine ein­zige ver­öf­fent­li­che Pres­se­mit­tei­lung wört­lich oder sinn­ge­mäß über­nom­men, der ganze Pres­se­be­reich ist IMHO den Namen nicht wert. 

        Inter­es­sant ist auch die Behaup­tung mit der paten­tier­ten Tech­nik des Fraun­ho­fer HHI, die Pho­topa­trol nutzt. Mög­lich ist das natür­lich. Aller­dings fin­det sich in der Suche des HHI kein Hin­weis auf Pho­topa­trol oder den Auf­trags­pro­gram­mie­rer Akra. Da sollte man viel­leicht mal beim HHI nach­fra­gen, was für eine Tech­nik das sein könnte, worin die Zusam­men­ar­beit bestand und ob Pho­topa­trol über­haupt berech­tigt ist, das HHI-Logo auf sei­ner Web­site zu füh­ren.

        Fra­gen über Fra­gen…

  10. Hallo, ich bin Pres­se­spre­cher bei dapd und möchte die­ses Thema offen und ehr­lich kom­men­tie­ren: es geht ganz bestimmt nicht darum pri­vate Blog­ger, Web­sites von Ver­ei­nen etc. zu „ver­fol­gen“. Es ist aber in der Tat rich­tig das das – lei­der – abundzu pas­siert. Warum? Bitte stel­len Sie sich ein­mal vor, Sie wür­den wie dapd ins­ge­samt jeden Tag rund 1.600 Nach­rich­ten­bil­der ver­brei­ten, die von Foto­gra­fen in der gan­zen Welt gemacht wor­den sind, von „A“ wie Afgha­nis­tan bis „Z“ wie Zypern. Für diese Bil­der, genau wie die Bil­der von dpa, AFP, Reu­ters etc. zah­len unsere Medi­en­kun­den anstän­dige Hono­rare. Im Sinne der Foto­gra­fen und der zah­len­den Kun­den müs­sen wir schlicht her­aus­fin­den, ob unsere Fotos werb­lich oder geschäft­lich (!) benutzt wer­den, ohne das wir respek­tive die Foto­gra­fen Geld dafür erhal­ten. Sorry, aber das kann nicht sein. Das bei dem in der Tat weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­ten Pro­zess Feh­ler pas­sie­ren ist uns abso­lut unan­ge­nehm, auf der ande­ren Seite kön­nen wir unmög­lich von Hand jeden Monat die Ver­wen­dung von etwa 50.000 Bil­der im Inter­net che­cken, das kann keine Agen­tur der Welt. Bitte wen­den Sie sich wirk­lich sofort, gerne auch an mich per­sön­lich, an dapd, wenn Sie das Gefühl haben wir wer­fen Ihnen zu Unrecht eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung vor. Aber wür­den wir und andere Agen­tu­ren nicht ver­su­chen das Urhe­ber­recht an Bil­dern zu schüt­zen, dann gäbe es vor allem aus den Krisen-Regionen die­ser Welt wohl bald nur noch „Pres­se­bil­der“ der dor­ti­gen Regie­rungs­stel­len…

    1. Wer­ter Kol­lege Zehrt, 

      es ist klar, dass die dapd ihre Rechte an Tex­ten und Bil­dern gel­tend machen darf und muss, wenn dage­gen im wei­ten Netz an etli­chen Stel­len ver­sto­ßen wird. Das ist Ihr gutes Recht. 

      Aller­dings kann ich das von Ihnen dabei prak­ti­zierte Pro­ce­dere nicht akzep­tie­ren. In mei­nem kon­kre­ten Fall wird in dem Schrei­ben Ihrer Inkas­so­kanz­lei KSP an kei­ner Stelle belegt, gegen wel­ches Urhe­ber­recht ich genau ver­sto­ßen haben sollte. Auch nicht, wie dapd und/oder KSP den Ver­stoß kon­kret ermit­telt haben will – allein dafür soll­ten mir jedoch 100 Euro „Doku­men­ta­ti­ons­kos­ten“ in Rech­nung gestellt wer­den.

      Ich per­sön­lich hatte das Glück, gut ver­netzt zu sein und rasch eine aus mei­ner Sicht erfreu­li­che Auf­merk­sam­keit auf meine Ange­le­gen­heit len­ken zu kön­nen (wes­we­gen ver­mut­lich ja auch Sie sich jetzt hier zu Wort gemel­det haben). Viele andere Betrof­fene wer­den diese Mög­lich­keit wohl nicht in glei­chem Maße haben. 

      Eine Anfrage bezüg­lich Nach­weis der Urhe­ber­rechts­ver­let­zung an die von KSP ange­ge­bene Email-Adresse dapd@ksp.de wurde mir bis jetzt nicht beant­wor­tet. Ein ange­spro­che­ner dapd-Kollege hatte mir freund­li­cher­weise emp­foh­len, mich doch in der Sache auch direkt an copyright@dapd.de zu wen­den, was ich dann am Frei­tag­vor­mit­tag auch getan habe. 

      Ich habe dar­auf­hin vom stell­ver­tre­ten­den dapd-Chefredakteur Rai­ner Höh­ling zumin­dest eine Mail erhal­ten, in der mir die Rück­nahme der Scha­den­er­satz­for­de­rung ange­kün­digt wird. Diese Mail besteht m.E. weit­ge­hend aus Text­bau­stei­nen und geht nicht auf meine Frage ein, wie eine öffent­li­che Wahl­pro­pa­ganda von Sarah Palin dem Urhe­ber­recht von dapd unter­lie­gen kann. Auf meine neu­er­li­che Nach­frage bis­her eben­falls keine Ant­wort.

      Des Wei­te­ren ver­misse ich in der Mail das Wort „Ent­schul­di­gung“ für den mir ent­stan­de­nen Ärger bis Scha­den. Statt­des­sen muss ich lesen, dass jede der­ar­tige Ange­le­gen­heit zunächst „einer drei­fa­chen mensch­li­chen Kon­trolle“ unter­zo­gen wird, bevor KSP ein For­de­rungs­schrei­ben ver­schickt. Und dass dabei lei­der „spe­zi­elle Kon­stel­la­tio­nen“ unent­deckt blei­ben könn­ten, was eben mir wider­fah­ren sei. Was an mei­ner Kon­stel­la­tion jetzt spe­zi­ell sein soll, ver­mag ich beim bes­ten Wil­len nicht zu erken­nen.

      Jeden­falls könne man mich dafür nur um Ver­ständ­nis bit­ten, schreibt Kol­lege Höh­ling. Die Deut­sche Bahn bit­tet auch immer um Ver­ständ­nis, wenn mal wie­der einer ihrer ICEs lie­gen­bleibt. Von Ihnen – damit meine ich dapd und/oder KSP – hätte aller­dings ich eine Ent­schul­di­gung erwar­tet und erwarte sie wei­ter­hin.

      Und ich denke, Sie wären wirk­lich gut bera­ten, wenn Sie Ihr weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­tes Forderungs-Verfahren um eine deut­lich gründ­li­chere Kon­trolle durch Mit­ar­bei­ter mit gesun­dem Men­schen­ver­stand und Augen­maß erwei­tern wür­den.

      In Hoff­nung dar­auf ver­bleibe ich
      mit freund­li­chen Grü­ßen,

      Tho­mas Cloer 

    2. Hallo Herr Zehrt, 

      vie­len Dank für die Klar­stel­lung.

      Evtl. soll­ten Sie nicht unbe­dingt eine für Ihren, sagen wir mal unglück­li­chen, Umgang mit pri­va­ten Sei­ten­be­trei­bern bekannte Anwalts­kanz­lei beauf­tra­gen.

      Warum rich­ten Sie nicht ein­fach eine Seite auf dapd.de/abmahnung ein und erklä­ren GENAU diese Pro­ble­ma­tik dort, zusam­men mit einem Ansprech­part­ner an den man sich wen­den kann. Ich kann mir nicht vor­stel­len dass die nega­tive Presse und Gegen­kla­gen soviel güns­ti­ger sind als ein­fach offen auf die Leute zuzu­ge­hen. Neben­bei würde dies noch Ihrem Image als Dienst­leis­ter gut tun und wäre end­lich mal ein Licht­blick in die­ser gan­zen unsäg­li­chen Abmah­ne­rei.

      Ande­res Thema: Haben Sie zufäl­lig mit der „sid sport infor­ma­ti­ons dienst gmbh“ zu tun? 

      1. Ich bin mir nicht sicher, ob der Herr Zehrt die Ant­wor­ten auf sei­nen Kom­men­tar abon­niert hat. Wenn Du auf Num­mer sicher gehen willst, schreib lie­ber direkt per Email. 

    3. Wenn angeb­lich keine Agen­tur die Ver­wen­dung von 50.000 Bil­dern monat­lich über­prü­fen – wie che­cken auf Deutsch heißt – kann, wäre die Lösung dafür viel­leicht ein Geschäfts­mo­dell. Meine Erwar­tung hin­ge­gen ist aber, dass genau diese Fähig­keit bei einer Nach­rich­ten­agen­tur bereits vor­han­den ist. Der Fall löst also bei mir die Frage aus, ob Nach­rich­ten­agen­tu­ren ihre Pro­zesse im Griff haben, oder nicht? Und warum sie bspw. nicht die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten nut­zen, um eben diese Leis­tung zu erbrin­gen? Dass Sie dann noch ver­su­chen, die dapd und andere Nach­rich­ten­agen­tu­ren zu welt­wei­ten Hüter der Pres­se­frei­heit zu erklä­ren, wo eine ein­fa­che Bitte um Ent­schul­di­gung ange­bracht wäre, ist ein der­art ekli­ger Pro­pa­gan­dak­leis­ter, dass jedem halb­wegs intel­li­gen­ten Leser nur bleit, den Kopf zu schüt­teln.

    4. Das nennt sich Anspruchs­be­rüh­mung.

      Die ein­zig rich­tige Reak­tion ist eine nega­tive Fest­stel­lungs­klage, denn die kos­tet die dadp rich­tig Geld (Grö­ßen­ord­nung 1.500 € auf­wärts), denn anders scheint es die dadp nicht zu ler­nen.

      Ich würde mir dann ja noch wün­schen, dass der Gra­fi­ker anschlie­ßend aus eige­nem Recht noch­mal wegen der unbe­fug­ten Ver­war­nung gegen Euch vor­geht und den Deckel damit ver­dop­pelt. Anders scheint ihr es nicht zu ler­nen.

      Es ist schlicht eine Saue­rei und „kön­nen wir unmög­lich von Hand jeden Monat die Ver­wen­dung von etwa 50.000 Bil­der im Inter­net che­cken“ ist für unbe­rech­tigte Abmah­nun­gen keine Ent­schul­di­gung. Ihr müsst das che­cken, sonst lauft Ihr ganz ein­fach Gefahr, dass es an Euer Porte­mon­naie geht. 

      Ich (nur Anwalt) mache der dadp hier­mit eine klare öffent­li­che Ansage: eine unbe­rech­tigte Abmah­nung an einen mei­ner Man­dan­ten (und ich kenne eine ganze Menge Blog­ger) gibt eine kom­men­tar­lose nega­tive Fest­stel­lungs­klage mit zeit­glei­cher Infor­ma­tion an den tat­säch­lich Berech­tig­ten, damit er Euch auch noch in Anspruch nimmt. 

    5. Mir ist ein Fall bekannt wo ein Ver­ein (also „e.V.“ im Namen) sehr wohl einen Brief von KSP bekom­men hat. Ich habe die­sem Ver­ein nun den Link zu Ihrem Bei­trag geschickt. 

      1. Fürs Pro­to­koll“ – der von mir oben genannte Fall (Ver­ein) hat sich nun tat­säch­lich erle­digt. Danke sehr Herr Zehrt. 

  11. Die KSP hat mich auch abge­mahnt. Habe auch eine Pri­vate Seite. Anschei­nend trifft es eben doch mehr­heit­lich die pri­va­ten Blog­ger. Wie kann ich sie kon­tak­tie­ren Herr Zehrt ? und was sagen sie zu Tex­ten aus den Jah­ren 2005 ? 

    1. Das mit dem Kon­takt hat inzwi­schen geklappt?, bitte sen­den Sie mir auch noch ein­mal den Hin­weis auf die Texte aus 2005. Das ganze Thema ist bei uns auf Chef­re­dak­teurs­ebene ange­sie­delt wor­den, wir arbei­ten sehr inten­siv daran den gan­zen Pro­zess so zu gestal­ten, dass diese Feh­ler nicht mehr auf­tre­ten. Das ist keine leere Ver­spre­chung, aber ich denke gerade User, die diese Seite nut­zen wis­sen was es heisst, monat­lich rund 50.000 Bil­der und deren Ver­wen­dung im WWW zu doku­men­tie­ren.

    2. Ich bin von einer Kanz­lei aus Karls­ruhe wegen dapd-Bildern auf mei­ner klei­nen Hobby-Seite abge­mahnt wor­den.… Ich wusste gar nicht, dass Pho­topa­trol und dapd irgend­wie zusam­men­hän­gen… Inter­es­sant!

      Bei mir ist es aller­dings lei­der so, dass es tat­säch­lich dapd-Bilder waren, die sich wegen eini­ger tech­ni­scher Feh­ler auf meine Seite „geschli­chen“ hat­ten…

      Und bei Feh­lern auf der pri­vate Seite reicht es ja bekannt­lich lei­der nicht, wenn man „sorry, Ver­se­hen“ sagt… Ich werde also wohl zah­len müs­sen.…

  12. Bin heute eben­falls von KSP wegen einer Urhe­ber­rechts­ver­let­zung (auf mei­ner Web­site) ange­schrie­ben wor­den (ange­mahnt ist es ja noch nicht). Dank die­ses Blogs hoffe ich auf güt­li­che Klä­rung des Sach­ver­halts. Habe erst Mal freund­li­chen E-Mail-Kontakt zu dapd auf­ge­nom­men. Hoffe doch, dass das den Ball flach hält. 

    1. Da drü­cke ich mal die Dau­men. Was war es denn bei Dir – tat­säch­lich Mate­rial, an dem dapd / AP das Urhe­ber­recht hat? Oder auch ein offen­sicht­li­cher Fehl­schuss der Photopatrol-Software? 

  13. Der W. Zehrt will Pres­se­spre­cher sein, kann aber kein das/dass rich­tig set­zen??? Dann wun­dert mch nichts mehr, nix für ungut… 

    1. Das hat mich auch ein wenig ver­wun­dert. Dazu kom­men an die zehn Kom­ma­feh­ler, das Wort „abundzu“ gibt es auch nicht. Will ja gar nicht allzu pin­ge­lig sein, aber ein Pres­se­spre­cher und Jour­na­list sollte ein paar ele­men­tare Recht­schreib­re­geln doch so ver­in­ner­licht haben, dass er die auch in einer flüch­ti­gen Ant­wort vi Inter­net abru­fen kann. 

  14. Die Sache ist vom Tisch? Eine pop­lige Ent­schul­di­gung sei­tens der dapd reicht dir? Ich an dei­ner Stelle hätte den Spiess schnellst­mög­lich umge­dreht, die Sache mei­nem Anwalt über­ge­ben und die dapd und die KSP wegen Betrugs­ver­suchs ankla­gen las­sen, sowie eine Scha­den­er­satz­klage eben­falls mit ange­hängt. Feh­ler in der Auto­ma­ti­sie­rung der dapd schüt­zen genauso wenig vor Strafe wie die Unwis­sen­heit respek­tive die Dumm­heit des Men­schen nicht. 

  15. DirkS: Es muss nicht extra ein Copyright-Vermerk dabei sein, das Urhe­ber­recht hat immer der Urhe­ber, egal ob ein extra Hin­weis dabei steht oder nicht. 

  16. Was der Pres­se­spre­cher Wolf­gang Zehrt schreibt ist ja alles gut und rich­tig, aber in die­sem Fall nur laue Luft. Denn sein Text hat mit dem vor­lie­gen­den „Fall“ nix zu tun.
    Er geht mit kei­nem Wort auf die Fak­ten ein: Wel­ches Recht hat diese Pres­se­gen­tur am öffent­li­chen Rekla­me­ma­te­rial einer ame­ri­ka­ni­schen Poli­ti­ke­rin? = Gar keins. Eine Ent­schul­di­gung und Ent­schä­di­gung wäre not­wen­dig.

  17. Sicher, dass Herr Zehrt wirk­lich Herr Zehrt ist? Ins­ge­samt wirkt der Text doch etwas unüber­legt und holp­rig für einen Pres­se­spre­cher. Oder er braucht nor­ma­ler­weise einen Lek­tor für seine Schreibe – falls er nicht eigent­lich sei­nen Beruf wört­lich nimmt und vor Allem SPRICHT

    1. Ich zumin­dest bin sicher, dass Herr Zehrt wirk­lich Herr Zehrt ist. Ich hatte mit ihm näm­lich noch einen nach­ge­la­ger­ten Email-Dialog nach sei­nem ers­ten Kom­men­tar hier. 

  18. Bigott ist, dass Abmah­ner einer­seits die Kos­ten der Abmah­nung immer damit begrün­den, dass jeder Fall ja indi­vi­du­ell geprüft wer­den müsse, bei Feh­lern aber auf das auto­ma­ti­sierte Mas­sen­ver­fah­ren ver­wie­sen wird. Bigott ist, dass einer­seits der Anwalt los­ge­schickt wird, ande­rer­seits, wenn man Mist gebaut hat, aber erwar­tet wird, dass der unschul­dig das ganze ver­trau­ens­voll auf dem klei­nen Dienst­weg kos­ten­güns­tig und dis­kret per E-Mail löst. 

    Was würde dapd eigent­lich dem­je­ni­gen ant­wor­ten der schreibt: Tut mir leid, bei uns wer­den so viele Bil­der ver­öf­fent­licht, da kann schon­mal eins durch­rut­schen, an dem wir kein Ver­öf­fent­li­chungs­recht haben, wen­den Sie sich da ein­fach ver­trau­ens­voll per E-Mail an uns? 

    Ich lese aus dem Geschreib­sel des Pres­se­spre­cher eigent­lich nur eines: dapd betreibt auto­ma­ti­sierte Mas­sen­ab­mah­nun­gen ohne indi­vi­du­elle Prü­fung, frü­her nannte man das Mas­sen­ab­mah­nun­gen zum Zweck des Geld­ver­die­nens, heute ist es angeb­lich Schutz der unab­hän­gi­gen Pres­se­ar­beit.

  19. Der Fall ist inzwi­schen durch­aus dazu geeig­net, ein Exem­pel zu sta­tu­ie­ren – und das ist gut so. Bei Google sind dapd und ksp bereits per­fekt gerankt. Es muss bei Abmah­nende als auch deren juris­ti­schen Hel­fern das Bewusst­sein eines enor­men Repu­ta­ti­ons­ri­si­kos ent­ste­hen. Dass beim dapd bereits der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­chef rotiert, spricht dafür, dass für die was auf dem Spiel steht. Bei den ein­schlä­gi­gen Kanz­leien aller­dings habe ich den Ver­dacht, dass die es sogar als hilf­rei­che Plub­li­city sehen. 

    1. Ich glaube auch, dass die Repu­ta­tion der dapd hier ernst­haft Scha­den neh­men könnte. Ich habe übri­gens bis­her weder von KSP das ange­kün­digte Schrei­ben mit der Rück­nahme der Scha­den­er­satz­for­de­rung erhal­ten noch von dapd oder KSP das Wort „Ent­schul­di­gung“ irgendwo gele­sen oder gehört. Und heute Abend ist es immer­hin dann eine geschla­gene Woche her, dass ich den Brief der KSP aus mei­nem Brief­kas­ten geholt habe. 

  20. So liebe Frende ich habe auch eine Abmah­nug erhal­ten. Mache dies publik da weder ein Text exis­tiert noch ein Bild oder Screen­shot.… Frech­heit !!!!!!!!

  21. Ich würde es begrü­ßen, wenn wir hier keine wei­te­ren Rants mehr zur Recht­schrei­bung des Kol­le­gen Zehrt von dapd mehr lesen müss­ten. Inhalt­lich brin­gen die uns näm­lich kei­nen Deut wei­ter.

  22. Hi, hat sonst noch jemand Kon­takt zur dapd auf­ge­nom­men? Meine Email wird stän­dig von ande­ren Leu­ten der dapd gele­sen, aber seit zwei Tagen keine Reak­tion. Und die Zeit läuft, läuft, läuft. Ich soll im übri­gen 500 Euro zah­len, wes­halb ich auch über­lege meine Fan­seite nach 11 Jahre lie­ber zu schlie­ßen, ein­fach aus Angst dass soet­was ver­se­hent­lich noch­mal pas­siert…

      1. Naja und selbst wenn sie unbe­rech­tigt ist, wäre es ja sehr schön von den­nen zu hören. Herr Zehrt schreibt ja oben, dass es Ihnen in ers­ter Linie darum geht zu sehen, wer mit Bil­dern finn­an­zi­el­les Inter­esse nach­geht, dass mache ich ja nicht und das sieht man ja auch. Und bis zum 20.7.2011 ist auch nicht mehr lange hin. 

    1. Sodele, gerade wan­dert die­ser Blog­bei­trag mal wie­der durch die Mün­der… ähm, Web­sei­ten. Die Frage war ja, ob noch jemand Kon­takt zur DAPD auf­ge­nom­men hat.
      – Kon­takt zu Cord Dreyer (Chef des Ladens) -> soll mich an Email-Adresse xyz wen­den
      – Kon­takt dahin -> Frage-Antwort-Spielchen mit Rai­ner Höh­ling
      – Der hat sich fast um Kopf und Kra­gen gere­det und es sein las­sen
      – seit­dem habe ich direkt mit der KSP zu tun 

      Bei mir im Blog hab ich das alles auf­ge­schrie­ben. Wer Inter­esse hat… 

    1. Was soll die dpa dazu sagen? Die hat ein auto­ma­ti­sier­tes Forderungs-Management im Stile der dapd bis­her offen­sicht­lich nicht für nötig oder sinn­voll erach­tet.

  23. Hi,
    ich hatte ges­tern eben­falls ein Schrei­ben von KSP in mei­nem Brief­kas­ten.
    Ich habe mich dar­auf­hin ent­schlos­sen, meine Web­seite http://www.paartalbahn.com zu schlie­ßen.

    Fer­tig – ich lasse mich nicht mehr von irgend­wel­chen Schma­rot­zern schi­ka­nie­ren.

    1. Hallo Ste­fan,

      Deine kon­krete Rechts­lage ist mir natür­lich nicht bekannt. dapd-Pressesprecher Wolf­gang Zehrt schreibt aber ja wei­ter oben aus­drück­lich:

      es geht ganz bestimmt nicht darum pri­vate Blog­ger, Web­sites von Ver­ei­nen etc. zu „ver­fol­gen“

      Es wäre doch auf jeden Fall den Ver­such wert, die dapd zu kon­tak­tie­ren und aus­zu­lo­ten, ob sich die For­de­rung nicht aus der Welt schaf­fen lässt. 

      1. Ich werde bestimmt diese Leute nicht kon­tak­tie­ren und viel­leicht noch bit­ten und bet­teln.
        Da haben die bei mir den Fal­schen erwischt. 

        Zum Glück lebe ich in einer Anwalts­fa­mi­lie.

        Ich werde gegen die jetzt mit har­ten juris­ti­schen Mit­tel vor­ge­hen.

        1. Von bit­ten und bet­teln war ja nicht die Rede. Aber halt uns hier doch mal auf dem Lau­fen­den, wie Deine nega­tive Fest­stel­lungs­klage oder was auch immer Du über­legst sich ent­wi­ckelt und aus­geht. Dürfte ja noch mehr Men­schen inter­es­sie­ren.

          1. Hi tee­zeh,

            sehr gerne. Aller­dings werde ich – bevor nicht alles klar ist – vor­erst keine Anga­ben über meine juris­ti­schen Mit­tel hier machen. Wer weiß denn schon, ob unsere Freude von KSP hier nicht kräf­tig mit­le­sen. :-)

            Ich ver­halte mich erst mal so, wie von KSP auf­ge­for­dert. Ich lösche jetzt 11 Jahre Web­sei­ten­ge­schichte, alle Inhalte, von mir erstellte Gra­fi­ken sowie 11 Jahre Arbeit wan­dern jetzt in den Papier­korb und wer­den mit dem Gutmann-Verfahren ver­nich­tet. Off­line ist die Seite ja schon. 

          2. Hi Ste­fan,

            ich ver­stehe Deine Ver­är­ge­rung. Aber KSP hat Dich sicher nicht auf­ge­for­dert, Deine Web­site off­line zu schal­ten oder gar alle Inhalte zu löschen, oder? 

          3. Das Pro­blem ist, der Text wird nicht zitiert. Es wird eine URL ange­ge­ben.
            Da ich nicht ein­ord­nen kann, wo sich der Text mit der angeb­li­chen Urhe­ber­rechts­ver­let­zung befin­det, muss ich die kom­plette Web­seite schlie­ßen.

            Meine Web­seite war aus­schließ­lich auf ein Daten­bank­sys­tem auf­ge­baut. D.h. der Text auf der ange­ge­be­nen URL kann über­all auf­tau­chen, wenn ange­for­dert.

            Daher musste ich alles schlie­ßen und 10 Jahre Arbeit kom­plett löschen. Ich ver­halte mich nur, wie im Schrei­ben ange­for­dert.

          4. Du meinst es wird ein URL ange­ge­ben, der nicht ein­deu­tig auf einen bestimm­ten Blog­post ver­weist? Das ist doch ein Witz! 

          5. Genau, es wird nur eine URL ange­ge­ben.
            Bei einer auf MYSQL Daten­bank­ab­fra­gen basie­rende Web­seite kann die­ser Text z..B. über die Such­funk­tion über­all erschei­nen.

            Hätte KSP mir nur den Text genannt, hätte ich auch nur den Text gelöscht.
            So wurde ich genö­tigt, das kom­plette Web­an­ge­bot zu ent­fer­nen und dies – wie ange­for­dert – auch von all mei­nen Daten­trä­gern. 10 Jahre Arbeit für’n Arsch (wenn ich mir den aus­druck erlau­ben darf) 

  24. Hi,

    KSP scheint aktu­ell ein sehr mun­te­res Busi­ness zu betrei­ben :)

    Das Ganze läuft wohl weit­ge­hend auto­ma­ti­siert ab – kann mir kaum vor­stel­len, dass da jemand prüft, ob es einen klei­nen Blog­ger tref­fen würde. Und das bestä­ti­gen die Aus­sa­gen hier ja auch. 

    Auto­ma­ti­sierte Seri­en­ab­mah­nun­gen an Betrei­ber klei­ner Web­sei­ten sind aus mei­ner Sicht „das Geschäft mit der Angst“ – und es ist sehr, sehr schade, wenn jemand des­we­gen seine Web­site auf­gibt.

    Ich kann nur den Kopf schüt­teln, wenn eine Agen­tur wie dapd – die ich bis­her für seriös gehal­ten habe – auf diese Weise ver­sucht ihre Ren­dite zu ver­bes­sern ;)

    Hatte ges­tern auch so ein Schrei­ben im Brief­kas­ten. Da hatte in mei­nem Forum vor 5 Jah­ren ein User in einem Bei­trag irgend­was von denen zitiert.
    Natür­lich ist es nach dem Tele­me­di­en­ge­setz so, dass man als Sei­ten­be­trei­ber für so etwas nicht haf­tet, son­dern nur den Bei­trag ent­fer­nen muss. 

    KSP kennt das TMG sicher auch, aber so genau wer­den sie die Sachen eben nicht anschauen. Denn den Gewinn wird hier eher die Quan­ti­tät als die Qua­li­tät der Arbeit brin­gen.

    Ärger­lich ist natür­lich, dass man nun dem eige­nen Anwalt ein­schal­ten muss, denn der kos­tet natür­lich auch sein Geld. Bei den knapp 500 EUR, die KSP ver­langt, wird es finan­zi­ell kei­nen gro­ßen Unter­schied machen. Aber man mag den eige­nen Anwalt irgend­wie doch deut­lich mehr :) 

    Süß auch der Hin­weis am Ende des Schrei­bens namens „Warum die dapd nach­rich­ten gmbh gegen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen vor­geht“ …
    Da könnte eine dapd als seriöse Nach­rich­ten­agen­tur doch auch mal die Wahr­heit sagen – wie wäre es z.B. mit „Wir wol­len nur Ihr Bes­tes – Ihr Geld“ ;) 

    Gruß

    1. Wie ist die Sache aus­ge­gan­gen??? Ich hab näm­lich als Gratis-Homepage-Baukastenbetreiber genau das selbe Pro­blem:
      Heute kam eine Zah­lungs­auf­for­de­rung , weil einer mei­ner User einen urhe­ber­rechtl. geschüt­zen Text auf seine Home­page gestellt hat. Der Homepage-Server bzw die Top-Leverl-Domain wird aber von mir betrie­ben. Wär toll, wenn Du Dich mel­den könn­test.

  25. Auch ich hatte ein Schrei­ben in mei­nem Brief­kas­ten.
    Bereits mehr­fach schrieb ich die DAPD an, mit der Bitte um Klä­rung des Sach­ver­halts.
    Ich habe bis heute keine Ant­wort erhal­ten.

    Ich finde es schon etwas schä­big, Zah­nungs­auf­for­de­run­gen zu ver­sen­den
    und dann wird einem die Kom­mu­ni­ka­tion ver­wei­gert.

    1. An wel­che Adresse bei der dapd hast Du Dich gewen­det? Ich emp­fehle copyright@dapd.de. Wobei man auf­grund des auto­ma­ti­sier­ten For­de­rungs­ver­fah­rens wohl davon aus­ge­hen muss, dass die Agen­tur kei­nes­wegs mit Ein­zel­fäl­len ver­traut ist – und ver­mut­lich auch nur dann reagiert, wenn die For­de­rung unbe­rech­tigt erfolgt (wie in mei­nem Fall)… 

  26. Ich werde gezwun­gen, mein kom­plet­tes Forum nach einem bestimm­ten Bei­trag zu durch­su­chen, um Texte mit Urhe­ber­rechts­ver­let­zung zu fin­den. Im Schrei­ben von KSP wurde weder ein Screen­shot, noch ein Text bei­ge­stellt – nur eine URL wird auf­ge­führt.

    Es ist ein Ver­stoß gegen die Mei­nungs­frei­heit, wenn ich jetzt jeden Text mei­ner Foren­be­nut­zer durch­leuchte und dann evtl. raus­lö­sche. Ich bin doch nicht bei der Stasi! 

    Es gibt so viel Schmud­del­s­ei­ten sowie Blogs mit rechts­ra­di­ka­len Hin­ter­grund im Inter­net – dage­gen wir nichts gemacht. 

    Das zeigt doch, wie per­vers diese ganze Abmahn­ma­fia doch ist. 

    1. Dass Du das Forum durch­su­chen musst, ist frag­los ärger­lich. Mit einem Ver­stoß gegen Mei­nungs­frei­heit oder gar Stasi hat das aller­dings nun wirk­lich über­haupt nichts zu tun. Und natür­lich wird etwas gegen rechts­ra­di­kale Sei­ten und Blogs unter­nom­men – vor­aus­ge­setzt, jemand mel­det das an pas­sen­der Stelle. 

  27. Vie­len Dank für die inter­es­sante Dis­kur­sion.

    Heute erreichte mich eben­falls ein Schrei­ben bezüg­lich einer Urhe­ber­ver­let­zung der dpa Deut­sche Presse Agen­tur in Ham­burg. Wie kann eine insol­ven­tes Unter­neh­men wei­ter­hin For­de­run­gen gel­tend machen? Was ist nun zu tun? Ich freue mich auf Eure Unter­stüt­zung.

    1. Hallo Herr Fuhr­mann,

      ich wüsste nicht, dass die KSP auch im Auf­trag der (alles andere als insol­ven­ten) dpa abmahnt. Oder mei­nen Sie die zum zwei­ten Mal und wohl end­gül­tig insol­vente dapd?

      Wie auch immer: Ihre Web­seite ist kein pri­va­tes Blog so wie diese hier – da ist die Lage aus Sicht der dpa/dapd ver­mut­lich anders als in mei­nem Fall.

      Und ohne die Details zu ken­nen, kann ich auch keine wei­te­ren Tipps über das hin­aus geben, was schon im Kom­men­tar­thread oben zu fin­den ist… 

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