Search, plus YOUR World

Eigent­lich ist es fan­tas­tisch, was Google sich da wie­der hat ein­fal­len las­sen: die eige­nen und die digi­ta­len Spu­ren von Men­schen, die man kennt, bei der Suche im Netz auf Wunsch höher gewich­ten. A search dream come true.

Dumm ist dabei nur, dass „ken­nen“ hier als „in den Krei­sen von jeman­dem“ bei Google+ sein defi­niert wird, algo­rith­misch halt. Für die Goog­ler, die sich das aus­ge­dacht haben, ist das natür­lich egal – die sind alle bei Google+, ihre Freunde auch und ihre Neu­ge­bo­re­nen bekom­men schon mal ein Gmail-Konto ange­legt, das Daddy als Tage­buch voll macht, bis die oder der Kleine dann lesen kann.

Wenn ich mich aber in mei­nem wirk­li­chen Leben umschaue, dann muss ich kon­sta­tie­ren: Aus mei­ner Fami­lie und enge­ren Ver­wand­schaft ist nie­mand bei Google+. Und von der Hand­voll Men­schen, die ich wirk­lich als meine Freunde bezeich­nen würde, sind es auch die Wenigs­ten. Ein paar mehr sind bei Face­book (ich aber nicht mehr), viele hal­ten sich aber auch kom­plett aus dem Social Web her­aus.

Man möge mich bitte nicht falsch ver­ste­hen: Ich finde Search, plus Your World als Idee ganz groß­ar­tig. Ich habe eben nur das Pro­blem, dass das nicht wirk­lich MEINE Welt ist, die ich da zukünf­tig sozial durch­su­chen kann. Und dabei bin ich für meine 46 Lenze glaube ich ganz schön digi­tal nativ, min­des­tens aber ein inte­grier­ter Immi­grant.

Nach­klapp vom Frei­tag, den 13. Januar: Ges­tern mit­tag habe ich auch noch @MarcusSchuler ein paar Sätze zu Search, plus Your World in eine WAV-Datei dik­tiert. Die hat er schön zusam­men­ge­kürzt und dann heute früh in der „radio­Welt“ von Bay­ern 2 gesen­det.

Autor: Thomas Cloer

Thomas Cloer ist Corporate Communications Manager in München. Hier schreibt er privat über allerlei, was ihn so interessiert.

3 Gedanken zu „Search, plus YOUR World“

  1. Mir gehts genauso… bin defi­ni­tiv nicht so digi­tal nativ wie Du, aber auch schon eine gewisse Zeit unter­wegs, und die off­line und online-Kreise über­schei­den sich nicht all­zu­sehr. Was ich mal als Moti­va­tion nehme, meine online-Kreise auch öfters off­line zu tref­fen ;)

  2. Guter Punkt – woll­ten wir nicht eh mal auf ein Bier? Ich habe natür­lich auch über G+ schon aller­hand Men­schen „ken­nen­ge­lernt“, die ich im wirk­li­chen Leben auch gerne mal tref­fen würde. Was aber an der beschrie­be­nen grund­sätz­li­chen Pro­ble­ma­tik nichts ändert… 

  3. Also ich finde die Idee def­in­tiv sehr inter­es­sant, die Google umsetzt. Aber die eigent­li­che Frage, die auch mir der­zeit inter­es­san­ter vor­kommt, ist, woher der Unter­schied zwi­schen dem rea­len Freun­des­kreis und dem vir­tu­el­len Pen­dant bei G+ kommt. 

    Meine Fami­lie ist bei mir gut ver­tre­ten und auch einige Kol­le­gen, aber die meis­ten rea­len Freunde sind dann doch bei Face­book unter­wegs und las­sen sich davon auch nicht abbrin­gen (lei­der).

    Die „per­sön­li­che Suche“ wird wohl genau dann ihren Reiz ver­lie­ren, wenn sich das nicht ändert. 

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